Montag, 22. Dezember 2008

"Geste des guten Willens": FARC-Rebellen wollen in Kolumbien 6 Geiseln freilassen

  • Darunter seit 7 Jahren festgehaltener Gouverneur
  • Rebellen für Gespräche über Gefangenenaustausch

Die FARC-Rebellen in Kolumbien wollen nach Angaben eines Radiosenders sechs ihrer Geiseln freilassen. In den kommenden Tagen sollen drei Polizisten, ein Soldat, ein ehemaliger Gouverneur und ein früherer Abgeordneter freikommen, heißt es in einer Erklärung. Die Freilassung solle demnach zu Gesprächen über einen Gefangenenaustausch führen.

Die linksgerichteten Rebellen sprachen via Radio von "einer Geste des guten Willens". Ein genaues Datum der geplanten Freilassungen wurde nicht genannt. Die Geiseln sollten bald freikommen, hieß es lediglich.

Der Guerilla-Führung zufolge sollen die sechs Gefangenen einer Kommission unter Vorsitz der Senatorin Piedad Cordoba übergeben werden, die bereits früher als Vermittlerin zwischen Regierung und FARC tätig war. Cordoba sagte einem Fernsehsender, dass sie schon vor einer Woche über die mögliche Geisel-Freilassung informiert worden sei.

Bei dem ehemaligen Gouverneur handelte es sich der Mitteilung zufolge um den seit Juli 2001 entführten Alan Jara aus dem Staat Meta. Bei dem Abgeordneten soll es sich um den seit April 2002 gefangen gehaltenen Sigifredo Lopez handeln. Die sechs gehören zu einer Gruppe von 28 Geiseln, deren Austausch gegen 500 FARC-Häftlinge die Guerilla vorschlägt.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) kämpfen seit mehr als 40 Jahren gegen die Regierung und haben mehrere hundert Geiseln in ihrer Gewalt. Die Streitkräfte töteten 2008 mehrere Führungsmitglieder der Rebellen und schwächten die Struktur der Organisation entscheidend.

Im Jänner und Februar ließen die FARC auf Vermittlung des venezolanischen Präsidenten Chavez sechs Politiker frei. Im Juli gelang es den kolumbianischen Streitkräften, mit einem verdeckten Einsatz 15 Geiseln zu befreien. Unter ihnen war auch die weltweit bekannteste Geisel, die Franko-Kolumbianerin Ingrid Betancourt.

(apa/red)

22.12.2008 07:44