Kapitän setzte Schiff absichtlich an Land:
Gröberes Unglück sollte verhindert werden
- Nach Defekt am Autopiloten Schiff ans Ufer gesteuert
- Schiffskapitän "handelte im Sinne der Sicherheit"

Nach einer Havarie des Ausflugsschiffes "Kaiserin Elisabeth" auf der Donau am Freitagabend in Linz wurden am Samstag weitere Details bekannt. So hat der 44 Jahre alte Kapitän das Schiff nach einem Defekt am Autopiloten absichtlich an Land gesetzt, um ein mögliches größeres Unglück zu vermeiden. Das teilte der Chef der Donau Touristik, Manfred Traunmüller, mit. Sechs Personen mussten nach leichter Panik vom Roten Kreuz betreut werden, es gab jedoch keine Verletzten.
Gegen 19 Uhr war die "Kaiserin Elisabeth" mit 66 Passagieren, 14 Servicemitgliedern und drei Besatzungsmitgliedern stromabwärts unterwegs. Bei der Traunmündung kam es plötzlich laut Traunmüller zu einem Defekt am Autopiloten. Für etwa 30 Sekunden wird dadurch ein Notfallsystem ausgelöst, es gab nur mehr Notbeleuchtung am Schiff. "In dieser Zeit kann der Kapitän kontrollieren, wo der Fehler liegt, das Schiff treibt jedoch im Wasser", sagte Traunmüller.
Nach dieser halben Minute sei das Schiff üblicherweise aber wieder fahrbar. Um ein mögliches, größeres Unglück zu vermeiden entschied sich der erfahrene Kapitän jedoch sofort, die "Kaiserin Elisabeth" an Land zu setzen. "Falls das Schiff nach den 30 Sekunden nicht mehr lenkbar gewesen wäre, hätte bei der Schleuse ein größeres Unglück passieren können", berichtete der Chef der Donau Touristik. "Der Kapitän hat - wie in der Nautik vorgesehen - absolut richtig und im Sinne der Sicherheit der Passagiere gehandelt, so Traumüller.
Passagiere wohlauf
Mit Hilfe der Linzer Berufsfeuerwehr konnten sämtliche Personen das Schiff aus eigener Kraft verlassen. Wieder festen Boden unter den Füßen, wurden die Geretteten von den Einsatzkräften mit Decken aufgewärmt und anschließend mit Bussen der Linz Linien zum Linzer Hafen gebracht, wo sie wieder ihre Heimreise antreten konnten. Sechs Passagiere, darunter ein zehnjähriges Mädchen, wurden wegen leichter Panik vom Roten Kreuz versorgt, es gab jedoch keine Verletzten.
Ein Alkotest beim Kapitän ergab 0,0 Promille. Die "Kaiserin Elisabeth" blieb bis auf einen leichten Defekt am Lack unbeschädigt, im Schiff gab es geringfügige Schäden durch herunterfallendes Geschirr. Ein Sachverständiger war am Samstag damit beschäftigt herauszufinden, warum es zu dem Defekt am Autopiloten kam. Bis dahin steht das Schiff im Linzer Hafen.
(apa/red)
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