Montag, 22. Dezember 2008

Bisher nur Mortadella Dioxin verseucht:
Restlichen Testergebnisse fielen negativ aus

  • Sechs von 14 Proben wurden bereits aussgewertet
  • 7,7 Kilogramm der Wurst offenbar schon verzehrt

Bis auf italienische Mortadella ist nach den ersten Testergebnisse kein mit Dioxin belastetes Fleisch aus Irland nach Österreich gelangt. 180 Tonnen möglicherweise mit dem Gift belastete Schweineschultern wurden importiert, sechs von 14 Proben sind nun ausgewertet, sagte Thomas Geiblinger, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ein überhöhter Wert wurde lediglich bei 86 Kilogramm Mortadella festgestellt, die aus Italien nach Österreich geliefert wurden.

Diese Mortadella wurde zum Teil in Wien verkauft, der Großteil befand sich noch in einem Lager in Tirol. Bei dem Test von vier Fleischproben, die an das Wiener Traditionsunternehmen Radatz geliefert wurden, stellte das Umweltbundesamt keine überhöhten Dioxin-Werte fest. Dasselbe gilt für die Analyse einer Probe aus der Steiermark. Noch keine Ergebnisse liegen für das irische Fleisch vor, das nach Tirol an den Fleischwarenhersteller Handl Tyrol verkauft wurde.

7,7 Kilogramm Mortadella bereits verzehrt
Von der italienischen Mortadella dürften etwa 7,7 Kilogramm in Wien bereits verzehrt worden sein. Die Wurst aus irischem Fleisch wurde vermutlich in aufgeschnittener Form vor dem 11. Dezember - an diesem Tag wurde der Import bekannt - in der Bundeshauptstadt verkauft, so das Gesundheitsministerium am Montag. 4,47 Kilogramm der Waren wurden freiwillig aus dem Verkehr genommen.

Sechs Kilogramm wurden in der Bundeshauptstadt als Probe genommen und getestet. Festgestellt wurde dabei eine Belastung von 2,6 Piktogramm (pg) pro Gramm Fett. Der erlaubte Grenzwert liegt laut dem Gesundheitsministerium bei 1,0 pg pro Gramm. Nur Teile der insgesamt 86 Kilo umfassenden Mortadella-Lieferungen wurde über eine Tiroler Firma nach Wien weitergeleitet. Der Großteil der Wurst wurde noch originalverpackt im Tiroler Lager sichergestellt - die Tests dieser Waren laufen noch.

Ware "nicht verkehrsfähig"
Die in Wien gefundene Mortadella sei nach diesem Ergebnis jedenfalls "nicht sicher - für den menschlichen Verzehr ungeeignet", so die erste Beurteilung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Aus lebensmittelrechtlichen Gründen gelte die Ware als "nicht verkehrsfähig", betonte das Gesundheitsministerium. Eine unmittelbare Aussage über eine akute Gesundheitsgefahr durch den Verzehr lasse sich aber nicht ableiten. Bisher hieß es: Laut der Risikobewertung durch die EU-Lebensmittelbehörde bestehe keine Gefahr.

Bei den bisher untersuchten Proben aus Wien und der Steiermark lag die Dioxin-Belastung lediglich bei 0,5 pg pro Gramm Fett. Insgesamt wurde in Österreich neben dem Mortadella-Import in fünf Bundesländer irisches Fleisch importiert. Betroffen sind unter anderem das Wiener Traditionsunternehmen Radatz (schätzungsweise knapp 150 Tonnen Fleisch), der Tiroler Fleischwarenproduzent Handl Tyrol (eine Tonne Sauenschultern) sowie eine oberösterreichische (22 Tonnen Tiefkühlware) und eine steirische Firma (zehn Tonnen Salami und Kantwurst). Nach Salzburg wurden aus Oberösterreich 115 Kilogramm irischer "Schweineschopf ohne Schwarte" weitertransportiert.
(apa/red)

22.12.2008 16:19