Bures will Raser & Alkolenker ausbremsen: Verkehrsministerin lanciert "Aktion scharf"
- Fordert Coachings und einheitliche Mindeststrafen
- Fahrpraxis von 15-jährigen Mopedlenkern im Visier

Die Zahl der Verkehrstoten in Österreich ist zwar rückläufig, das Ziel von unter 500 Todesopfern pro Jahr ist allerdings noch in weiter Ferne. Verkehrsministerin Bures will zur Unfallreduktion vor allem bei den Alkosündern und Rasern ansetzen. Erstere sollen beim ersten Vergehen in ein Coaching gesteckt werden, bei Schnellfahrern will sie Mindeststrafen einführen.
Die beiden Bereiche seien für die meisten tödlichen Unfälle verantwortlich, begründete Bures ihre Vorhaben. Wer betrunken Auto fährt und erwischt wird, soll nach Vorstellung der Ministerin künftig schon beim ersten Verstoß ein Coaching verpasst bekommen. "Es ist sinnvoll, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es lebensgefährlich für sich selbst und die Umwelt ist, wenn man alkoholisiert Auto fährt. Das wird offensichtlich von vielen unterschätzt." Dass die Ahndung von Geschwindigkeitsdelikten je nach Bundesland stark variieren kann, will sie ebenfalls beheben: "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man hier Mindeststrafen einführt", so Bures.
Ob die Verschärfung der Strafen für Alkosünder in der Form kommen wird, wie ihr Amtsvorgänger, Bundeskanzler Faymann dies geplant hatte, könne sie noch nicht sagen, sagte Bures. Eine neue Regierung müsse auch neu verhandeln. Faymann hatte im Sommer geplant gehabt, bei leichten Alkoholisierungen die Strafen zu verdoppeln.
Bessere Fahrausbildung
Handlungsbedarf sieht die Ministerin beim L15-Mopedführerschein. Im Vorjahr wurden etwa 1.495 Mopedfahranfänger im Alter von 15 Jahren verletzt und sieben getötet. Bures will bei der Fahrausbildung verbessern, kündigte sie an, die Altersbegrenzung aber bei 15 belassen.
Beim nun schon über drei Jahre alten Vormerksystem will die Verkehrsministerin verstärkt Bewusstseinsbildung betreiben. Mit Foldern soll die Autofahrer über die immer noch weitgehend unbekannten Delikte informiert werden.
Verkehrsorganisationen zufrieden
Die Verkehrsorganisationen haben sich zufrieden zu den Vorhaben von Verkehrsministerin geäußert. Der ÖAMTC kann sich Mindeststrafen für massive Übertretungen vorstellen, lehnt dies aber für Bagatelldelikte ab, wie der Chef der Interessensvertretung, Mario Rohracher, betonte. Der Verkehrsclub Österreich begrüßt die Themensetzung der Ministerin und wünscht sich, dass mit den zusätzlichen Strafeinnahmen Nacht- und Discobusse finanziert werden.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) freute sich, dass Alkohol, Rasen und Mopedfahren ab 15 auf der Prioritätenliste von Bures ganz oben stehen würde. "Wir freuen uns, dass die Verkehrsministerin die drei dringlichsten Probleme der Verkehrssicherheit gezielt in Angriff nehmen will", so Direktor Othmar Thann.
Der ARBÖ begrüßt, das die neue Verkehrsministerin dort ansetze, wo die Experten bereits vor einem Jahr einen völligen Konsens erreicht hätten: Bei Alkoholdelikten, Schnellfahrern und Mopedfahrern. Man gehe davon aus, dass Bures an den konstruktiven Vorarbeiten der Verkehrsexperten ansetze.
(apa/red)
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