Autohandel bricht zum Jahresende 2008 ein: Hersteller steigen auf die Kostenbremse
- Europaweit ist unterschiedlicher Trend zu verfolgen
- Österreicher entscheiden sich für mehr kleinere Autos

·Autokrise macht auch
vor Toyota nicht halt
Der Autohersteller steigt weiter auf Kostenbremse
·Autoindustrie bleibt auf Fahrzeugen sitzen
Markt im November um 25 Prozent eingebrochen
·Absatzeinbußen bei Fiat, Seat und Volvo
Produktionen stehen nach
Novemberrückgang still
Der österreichische PkW-Handel stagnierte heuer, wobei nach einem halbwegs zufrieden stellendem 1. Halbjahr die Verkaufszahlen immer mehr nachgaben. Im November erfolgte dann ein Einbruch mit minus 13,3 Prozent. In den ersten 11 Monaten 2008 wurde insgesamt ein Minus von 0,5 Prozent verzeichnet. Damit stehen die heimischen Händler aber noch besser da als viele ihrer europäischen Kollegen. Im EU-Schnitt wurde heuer ein Minus von 7,1 Prozent eingefahren, im November waren es im Jahresvergleich gar minus 25,8 Prozent.
Wobei sich die Situation europaweit sehr unterschiedlich darstellt. Besonders dramatisch war im Vormonat die Situation im krisengeschüttelten Island, wo der Verkauf mit minus 95 Prozent gegen die Wand fuhr. Beachtlich auch die Verluste in Irland, Spanien, Estland, Lettland, Litauen und Rumänien, wo ein Minus von rund 50 Prozent verzeichnet wurde. Im Autoland Deutschland gab es einen Rückgang von 18 Prozent.
Gegen den Trend entwickelten sich Finnland, das ein Plus von 82 Prozent einfuhr. Dies lag laut finnischen Fahrzeughandel allerdings an einer steuerlichen Neuregelung für 2008 - der Grund, warum im November des Vorjahres kaum Autos verkauft wurden. Für das kommende Jahr geht die Branche in Finnland von einem Minus von 25 Prozent aus. Im leichten Plus lagen Tschechien und Polen.
Europaweite Krise
In den ersten elf Monaten 2008 mussten Island und Lettlands Autohäuser ein Minus von rund 40 Prozent hinnehmen, Finnland brachte es immerhin noch auf ein Plus von 9 Prozent. Bulgarien und die Slowakei melden ein Plus von 10 bzw. 17 Prozent, geht aus Zahlen des Europäischen Automobilverbandes hervor.
Unter den Autoherstellern traf es in den ersten elf Monaten des heurigen Jahres Jaguar/Land Rover und Chrysler mit minus 20 Prozent besonders hart. Auch GM, Toyota und Honda gaben mit rund minus 15 Prozent kräftig nach. Europas größter Hersteller Volkswagen verzeichnete ein Minus von 4 Prozent. Ein Plus verzeichnete hingegen das Billigauto Dacia des Renault-Konzerns und der Smart von Mercedes.
Krise hat Österreich noch nicht erreicht
Noch Anfang November hatte sich der heimische Fahrzeughandel im Zweckoptimismus versucht. Vor rund sechs Wochen hieß es noch, man merke kaum Kaufzurückhaltung. Nun gibt man sich auch in der Branche zurückhaltender. Aber klar sei, dass Österreich nicht so tief in der Krise stecke wie viele andere EU-Länder, so Alfred Stadler, Chef des Autohauses Denzel. Er geht für 2009 von einem Minus von fünf bis zehn Prozent aus. Der Trend hin zum Kleinwagen werde weiter anhalten. "Die Kunden kaufen eine Klasse kleiner", erklärte Stadler.
Ein Trend ist in Österreich jedenfalls klar ersichtlich: Hin zum Benziner, weg vom Dieselauto. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der Anteil der Benzin-Pkw seit dem Jahr 2004 von 29,1 auf heuer 44,9 Prozent gestiegen ist. Der VCÖ rechnet damit, dass 2008 das letzte Jahr ist, in dem mehr Diesel-Pkw als Benziner gekauft werden. "Für die Luftqualität und damit für die Gesundheit der Menschen ist diese Trendwende sehr positiv. Dieselabgase sind wegen des Feinstaubs und der Stickoxide weit gesundheitsschädlicher als Benziner", betonte am Dienstag der Verkehrsclub Österreich.
Kunden zögern
Unter der Kaufzurückhaltung leidet auch der Gebrauchtwarenhandel, der sich parallel zum Neuwagengeschäft entwickle, so Stadler. Jährlich werden in Österreich rund 300.000 Neu-Pkw und 800.000 Gebrauchtwagen verkauft.
Das Reperaturgeschäft der Autohäuser stagniert, es gibt also kein höheres Reperaturaufkommen obwohl die Autofahrer länger mit ihren Pkw fahren. Laut Stadler richtet sich die Zahl der Reperaturen nämlich primär daran, wieviel gefahren wird. Dies habe man im Frühjahr gemerkt, als die Rekord-Spritpreise die Autos öfters in der Garage stehen ließen.
(apa/red)
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