Sonntag, 21. Dezember 2008

09 könnte schlimmer werden als befürchtet:
Düstere Aussichten des IWF fürs neue Jahr

  • Für stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Flaute
  • Stimulierungsprogramme in Höhe von 86 Billionen €

Der Internationale Währungsfonds hat zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftsflaute aufgerufen. Andernfalls drohe das kommende Jahr noch schlimmer zu werden als ohnehin befürchtet, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem "BBC"-Interview. Er plädierte dafür, zur Ankurbelung der Konjunktur die öffentlichen Kassen stärker zu belasten.

Im Vergleich zum Kampf gegen die Rezession sei eine Erhöhung des Haushaltsdefizits das geringere Übel, sagte Strauss-Kahn. Der IWF fordert weltweit staatliche Stimulierungsprogramme in Höhe von 1,2 Billionen Dollar (861 Mrd. Euro), was zwei Prozent der Leistung der Weltwirtschaft entspricht.

Die deutsche Bundesregierung hat sich lange Zeit gegen weitergehende Investitionsprogramm ausgesprochen. Mittlerweile zeichnet sich in Berlin aber ein zweites Konjunkturpaket ab. Der deutsche Bundesfinanzminister Steinbrück ist jetzt bereit, für ein Investitionsprogramm erhebliche Summen auszugeben. "Mir ist vollkommen klar, dass man die Tür zum Kassenraum nicht geschlossen halten kann. Sonst wird sie in Panik von anderen eingetreten", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag".

(apa/red)

21.12.2008 22:58