Weihnachtsfriede an Zapfsäulen bleibt aus:
Sprit trotz fallender Ölpreise immer teurer
- Preisschwankungen waren noch nie so hoch wie 2008
- Autofahrer-Clubs schlagen jetzt Alarm: "Übles Spiel"

·Autohandel bricht zum Jahresende ein
Weltweit steigen Auto- bauer auf Kostenbremse
·Sprit: Eurosuper auf Tiefststand seit 2004
ARBÖ kritisiert: Weiterhin
Bedarf an Preisreduktion
·Österreichs Sprit ist
im EU-Vergleich teuer
Preis sinkt langsamer als
in anderen EU-Ländern
Autofahrer auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub stehen vor einem Rätsel: An den Weltmärkten sinkt trotz OPEC-Förderkürzung der Preis für das Schwarze Gold, an den heimischen Tankstellen steigt es aber. Über Nacht legte er um 1,1 Cent je Liter zu.
"Alle Jahre wieder. Angesichts der kommenden Weihnachtstage werden die Spritpreise erhöht - Rotterdam hin, Rotterdam her", kritisierte der ARBÖ. Und er verweist auf das Argument der Mineralölfirmen, dass sich der Zapfsäulenpreis an dem Spotmarkt in Rotterdam orientiert. "Geht es nach Rotterdam, muss Diesel sofort um 3,9 Cent und Eurosuper 95 um 2,8 Cent im Schnitt herunter". Immerhin sind in Rotterdam die Preise um 5,6 Prozent (Diesel) und um 4,6 Prozent (Eurosuper 95) eingebrochen."
Von der Ölindustrie hieß es, dass ja die Preise ohnehin in letzter Zeit gesunken sind. "Die Treibstoffpreise sinken kontinuierlich seit Wochen, Eurosuper ist so günstig wie zuletzt im April 2004", so Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie. Er betonte, dass sich die Tankstellenpreise entsprechend der Gegebenheiten auf den Weltmärkten entwickelten.
ARBÖ: "Übles Spiel"
Der ARBÖ hingegen spricht von einem "üblen Spiel" und warnt die Ölindustrie: "Vor einem Jahr hatte der ARBÖ ungerechtfertigte Erhöhungen bei Diesel kurz vor Weihnachten angeprangert und der Bundeswettbewerbsbehörde gemeldet. Diese hat prompt gehandelt und eine Untersuchung der letzten dreieinhalb Jahre eingeleitet. Diese hatte bekanntlich ergeben, dass die Verbilligung immer nur mit zwei bis drei Tagen Verspätung, die Erhöhungen aber sofort an die Konsumenten weitergegeben wurden."
Spielraum für Spielchen gab es jedenfalls 2008 genug, denn noch nie waren die Preisschwankungen beim Spritpreis so hoch wie heuer. Der VCÖ rechnet, dass im Jahr 2009 die Spritpreiskurve stabiler sein wird. "Die Finanzkrise bremst die Spekulationen". (apa/red)

