Freitag, 19. Dezember 2008

Österreich im Sog der Wirtschaftskrise:
Experten erwarten Schrumpfung des BIP

  • Wifo und IHS prognostizieren ein Minus für 2009
  • Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet

Österreich ist voll in den Sog der weltweiten Wirtschaftskrise geraten. Die heimische Wirtschaft wird 2009 schrumpfen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut erwartet für 2009 einen Rückgang des BIP um real 0,5 Prozent, das Institut für höhere Studien geht von einem Minus von 0,1 Prozent aus. Die Wirtschaft im OECD-Raum dürfte laut Wifo 2009 um 1,3 Prozent schrumpfen, im Euro-Raum um 1,2 Prozent.

Aber schon in der zweiten Jahreshälfte 2009 wird nach Ansicht der österreichischen Wirtschaftsforscher eine Erholung einsetzen. Das Wifo rechnet für 2010 mit einem leichten BIP-Wachstum in Österreich von 0,9 Prozent, während die IHS-Experten ein kräftigeres Wachstum von 1,3 Prozent erwarten. Im laufenden Jahr 2008 wächst Österreichs Wirtschaftsleistung noch um 1,8 Prozent.

Düstere Prognosen für arbeitsmarkt
Obwohl das Wifo im Hinblick auf die BIP-Entwicklung etwas pessimistischer ist als das IHS, sehen die Wifo-Experten die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in weniger düsteren Farben: Demnach wird die Arbeitslosenrate von heuer 5,8 Prozent im kommenden Jahr auf 6,5 Prozent steigen und 2010 auf 6,9 Prozent. Nach IHS-Erwartungen steigt die Arbeitslosenquote 2009 auf 6,4 Prozent und wird 2010 dann 6,8 Prozent betragen.

Der private Konsum wird laut Wifo 2009 und 2010 um jeweils ein Prozent real zunehmen. Laut IHS konsumieren die Österreicher 2009 sogar um 1,4 Prozent und 2010 um 1,1 Prozent mehr. Die Inflation beträgt heuer 3,2 Prozent, 2009 wird die Teuerung nur 1,2 Prozent (Wifo) bzw. 1,5 Prozent (IHS) betragen und 2010 leicht auf 1,5 Prozent (Wifo) bzw. 1,7 Prozent (IHS) steigen.
(apa/red)

19.12.2008 12:33