Fußfesseln für den Milliarden-Betrüger:
US-Gericht verhängt Hausarrest über Madoff
- Österreicher verlieren insgesamt über 400 Millionen
- US-Finanzmarktaufsicht gesteht grobe Fehler ein

·Finanzaufsicht gibt bei Madoff Fehler zu
Nichte Madoffs heiratete
ranghohen SEC-Beamten
·Betrugsfall Madoff
schlägt hohe Wellen
Heimische Investoren
von Skandal betroffen
·Madoff-Skandal
zieht weite Kreise
Großer Schaden auch bei europäischen Banken
·Gigantischer Betrug
an der Wall Street
Financier Madoff betrieb ein "Schneeballsystem"
Ein US-Bezirksgericht hat für den mutmaßlichen Anlage-Betrüger Bernard Madoff zeitweiligen Hausarrest angeordnet. Der frühere Chef der New Yorker Technologiebörse Nasdaq darf laut den neuen Kautionsauflagen zwischen 19.00 und 9.00 Uhr seine New Yorker Wohnung in Manhattan nicht verlassen. Die Ausgangssperre soll elektronisch mittels einer Fußfessel überwacht werden.
Des Weiteren muss Madoffs Ehefrau Ruth ihren Reisepass eingereicht haben. Offenbar soll damit eine Flucht verhindert werden. Eine geplante Anhörung sagte das Gericht ab.
Um 50-Milliarden betrogen
Madoff soll Investoren rund um den Globus mit einem Schneeballsystem um 50 Milliarden Dollar (35,6 Mrd. Euro) betrogen haben. Experten sprechen von einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Wall Street. Nach seiner Verhaftung am Donnerstag war der 70-Jährige gegen zehn Millionen Dollar Kaution vorläufig wieder freigekommen. Bei einer Verurteilung drohen Madoff bis zu 20 Jahre Gefängnis.
Die US-Finanzaufsicht hat unterdessen schwere Fehler bei der Aufarbeitung des Milliarden-Betrugs eingestanden. Mindestens seit 1999 sei mehreren konkreten Vorwürfen gegen Madoff und sein gigantisches "Schneeball-System" nicht ausreichend nachgegangen worden, räumte SEC-Chef Christopher Cox ein.
Österreich verliert 85 Millionen
Österreichische Investmentfonds heimischer Kapitalanlagegesellschaften haben insgesamt 85 Mio. Euro in drei Fonds, die hierzulande von dem Madoff-Betrugsfall betroffen sind, veranlagt. Die Investitionen in Primeo-, Herald-bzw. Alpha-Prime-Fonds seien teils direkt und teils indirekt erfolgt.
Die Angaben der Österreichischen Nationalbank, wonach österreichische Privatanleger 350 Mio. Euro in Primeo- und Herald-Fonds investiert haben, decken auch mit den Erhebungen der FMA.
(apa/red)
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