Dienstag, 16. Dezember 2008

Finanzminister Pröll sagt Schutzschirm für Hypo Kärnten zu: Das Debakel um BayernLB

  • Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten in Wien
  • Regierung wird Hypo Group Alpe Adria unterstützen

Beim Antrittsbesuch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) in Österreich war das brisante Thema BayernLB/Hypo Alpe Adria Inhalt der Treffen mit den österreichischen Regierungsmitgliedern. In den Gesprächen mit Bundeskanzler Werner Faymann, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzminister Josef Pröll wurden die Krise um die BayernLB und die Folgen für die österreichische Tochter angesprochen. Es ging auch um die Staatshilfen.

BayernLB-Krise - Pröll sagt Seehofer Schutzschirm für Hypo Kärnten zu
In der globalen Finanzkrise will die österreichische Regierung bei Bedarf auch die unter Milliardenbelastungen leidende BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria stützen, sicherte Pröll dem bayerischen Gast zu. "Die Hypo Alpe Adria wird den Bankenschirm in Österreich in Anspruch nehmen können", wurde Pröll von der dpa am Montag zitiert. Faymann nannte die bayerisch-österreichischen Beziehung "legendär" gut. Die gemeinsame Betroffenheit durch die Wirtschaftskrise sei ein Auftrag, die Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter zu verstärken.

Milliardenverlust
Die schwer angeschlagene BayernLB, die im dritten Quartal wegen der Finanzmarktkrise einen Milliardenverlust eingefahren hat und viele Milliarden Euro Hilfen vom bayerischen Staat braucht, hat bis 2013 ein drastisches Sparprogramm vor. Jeder vierte Job soll wegfallen. 800 Arbeitsplätze gehen im 5.000 Leute umfassenden deutschen Geschäft verloren. 4.600 Stellen sollen bei den Auslandstöchtern gestrichen werden.

Insgesamt 14.000 Mitarbeiter beschäftigt die BayernLB im Ausland. Davon sind fast 8.000 in der Tochter Hypo Alpe Adria, die stark auf dem Balkan aktiv ist. Die Rosskur wird vor allem die Hypo Group Alpe Adria treffen, machte der Münchner Konzern in den vergangenen Wochen deutlich. In Klagenfurt herrschte zuletzt die Sorge vor, dass der Druck aus München dramatisch steigen dürfte.

Erst voriges Jahr haben die Bayern für 1,6 Mrd. Euro die Mehrheit an der Hypo Group Alpe Adria erworben, kurz danach wurde bereits Kapital zugeschossen. Vorige Woche mussten sie abermals fast 700 Mio. Euro in ihre kapitalschwache Kärntner Tochter einschießen. Beim österreichischen Staat klopft die Kärntner Bank gerade für eine Bundes-Kapitalstütze für bis zu 1,5 Mrd. Euro an. Es kursieren einige Varianten, wie der defizitären Kärntner Bank unter die Arme gegriffen werden kann. Eine Entscheidung des Bundes wird noch vor dem Jahreswechsel erwartet
(apa/red)

16.12.2008 08:21