ÖFB-Präsidentschaft bleibt ehrenamtlich:
Strukturreform beschert Ludwig mehr Macht
- Neues Direktorium wird aus 6 Personen geschaffen
- Bundesvorstand und Beirat sollen aufgelöst werden

·Mickrige Bilanz im Länderspieljahr 2008
Nationalteam kam auf
zwei Siege in 13 Spielen
Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat im Zuge seiner Wahlausschuss-Sitzung in Wien wie angekündigt Strukturänderungen beschlossen. Diese sehen laut Verbands-Aussendung unter anderem vor, dass der Verband weiterhin von einem ehrenamtlichen Präsidenten geführt wird und Generalsekretär Alfred Ludwig, der künftig den Titel "Generaldirektor" tragen wird, in Zukunft eigenverantwortlich die operativen Geschäfte lenkt und bereichsverantwortliche Direktoren bestellt.
Neu geschaffen wird ein Direktorium, bestehend aus sechs stimmberechtigten Personen (ÖFB-Präsident, je ein Vertreter der Regionen Ost/Mitte/West, Bundesliga-Präsident und ein weiterer Vertreter der Bundesliga). Ebenso werden diesem Gremium ÖFB-Generaldirektor Ludwig sowie Bundesliga-Vorstand Georg Pangl angehören.
Die Zuständigkeiten des Direktoriums, das laut Mitteilung "jederzeit externe Experten aus den verschiedensten Bereichen beiziehen kann", umfassen das laufende Controlling für die Vorbereitung des Budgets, die gemeinsamen Agenden von ÖFB und Bundesliga sowie die Bestellung von Teamchef, Sportdirektor und Generaldirektor. Damit wird dieses neue Organ wohl zum entscheidenden Machtfaktor innerhalb des ÖFB.
Das Präsidium wird künftig ein Regelungs- und Aufsichtsgremium sein und als solches sportpolitische Grundsatzbeschlüsse fassen sowie die Aufsichtsfunktionen über den gesamten hauptamtlichen Bereich wahrnehmen. Dem Präsidium steht weiter der Präsident vor, wobei die Funktionen der Vizepräsidenten (zuletzt vier) in Folge der neuen Strukturen einstimmig abgeschafft wurden.
Bundesvorstand und Beirat werden aufgelöst
Ebenfalls der Vergangenheit gehören ab sofort zwei Gremien an. Es wurde beschlossen, den Bundesvorstand ebenso wie den Beirat aufzulösen und aus der Organisationsstruktur des Verbandes zu streichen. Die Kompetenzen, die bisher der rund 40-köpfige Bundesvorstand innehatte, werden zum größten Teil dem Präsidium übertragen. Eine Kandidatur für einen Platz in dem nominell noch immer wichtigsten Personenkreis des Verbandes ist ab dem 67. Lebensjahr künftig nur noch mit einer ausdrücklichen Zustimmung des Präsidiums möglich.
Offiziell abgesegnet müssen die Strukturen der "ÖFB neu", wie es in der Aussendung hieß, noch im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung am 28. Februar in Wien werden. Dabei wurde auch eine Änderung in Form einer wesentlichen Vereinfachung des Hauptversammlungs-Modus dahingehend beschlossen, dass künftig jedem Bundesland eine Stimme und der Bundesliga vier Stimmen in der Hauptversammlung zukommen. Bisher war die Stimmverteilung in der Hauptversammlung unter anderem abhängig von der Anzahl der Clubs im jeweiligen Landesverband.
Laut ÖFB wurde mit den Modifizierungen "die Führung des Verbandes verschlankt, die Entscheidungswege dementsprechend verkürzt und eine Stärkung der hauptberuflichen Tätigkeit vorgenommen". Der Wahlausschuss-Vorsitzende Herbert Hübel zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. "Nachdem nun die neue Struktur fixiert wurde, wird in den kommenden Wochen die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit für das Präsidentenamt im Mittelpunkt stehen", sagte der Salzburger Landeschef.
(apa/red)
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