Walchhofer rettet Abfahrtsehre des ÖSV:
Salzburger beendet in Gröden sieglose Serie
- "Umso größer der Druck, desto besser die Leistung"
- Ist diesmal "mehr für Österreich gefahren als sonst"

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Michael Walchhofer ist und bleibt Österreichs Mann für spezielle Abfahrts-Fälle. "Umso größer der Druck, desto besser die Leistung", meinte der Salzburger, der in Gröden nach 370 Tagen wieder für einen Abfahrtssieg der ÖSV-Herren gesorgt und damit auch seinen Status als König der Klassiker untermauert hat.
Der 33-Jährige hat mit seinem Erfolg wieder einmal dem gesamten ÖSV-Team einen Riesengefallen getan, das wusste Walchhofer natürlich auch. "Es hat schon Fragen gegeben, was denn mit den österreichischen Abfahrern los ist. Deshalb bin ich diesmal sicher mehr für Österreich gefahren als sonst. Die Abfahrt ist eben eine Prestigedisziplin, die die Österreicher des öfteren gewinnen sollten."
Retter der ÖSV-Abfahrtsehre
Walchhofer war also einmal mehr der Retter der ÖSV-Abfahrtsehre. Ohne ihn würde es punkto Siege traurig aussehen, seit 28. Jänner 2006 (Hermann Maier in Garmisch) hat kein anderer Österreicher mehr in der Königsdisziplin gewonnen. "Ich bin in der glücklichen Position, dass ich immer wieder Abfahrtssiege beisteuern kann. Und das mache ich sehr gerne."
Von Unruhe innerhalb des ÖSV-Teams will Walchhofer angesichts des Jahres ohne Abfahrtssieg aber nichts bemerkt haben. "Die Trainer haben alles unternommen, dass sie die Stimmung in der Mannschaft gut halten. Ein Jahr ohne Abfahrtssieg ist nicht tragisch, aber es wurde höchste Zeit, dass eine Mannschaft wie unsere wieder ganz oben steht."
Kröll nächster Anwärter auf Weltcupsieg
Der Gewinner von 14 Weltcup-Bewerben, darunter 11 Abfahrten, ist sich sicher, dass auch Klaus Kröll schon sehr bald dem Kreis der Weltcup-Sieger angehören wird. "Beim Klaus ist es nur eine Frage der Zeit", meinte der Salzburger über den derzeit zweitbesten ÖSV-Abfahrer, der in Gröden Sechster wurde. Auf die Frage, was einem Athleten wie Kröll zum Gewinnen fehle, schnippte Walchhofer mit den Fingern und meinte damit das schwer zu beschreibende entscheidende Etwas. "Wenn das kommt, dann bin ich mir sicher, dass er öfters gewinnen wird."
Die Siegesfahrt, mit der er Bode Miller (USA) auf Rang zwei verwies, bezeichnete Walchhofer als "gute Mischung aus aggressiv und gefühlvoll". "Ein fast perfektes Rennen, nur die Ciaslat-Einfahrt war nicht ganz optimal", erläuterte Walchhofer.
Siegesfeier im Teamquartier
Zur Feier des Tages öffnete Walchhofer dann am Samstagabend im ÖSV-Teamquartier Hotel Wolkenstein die eine oder andere Flasche seines eigenen Cuvee-Downhill-06-Weins. Die hatte er vorsorglich mit nach Gröden genommen. "Weil ich schon gehofft habe, dass es etwas zu feiern gibt." Dabei bedankte er sich auch ganz speziell bei seinem Atomic-Servicemann Tom Bürgler. "Ein großes Danke an Tom, er hat hervorragende Arbeit geleistet. Ich hatte ein Mörder-Gerät."
Walchhofers größtes Saisonziel bleibt der Gewinn des Abfahrt-Weltcups, in dem er mit dem Gröden-Sieg Platz eins übernommen hat. Die nächste Abfahrt wartet bereits am 28. Dezember in Bormio auf Walchhofer und Co.. Ansonsten stehen bei ihm die Klassiker Wengen und Kitzbühel ganz oben auf der Prioritätenliste. "Und wenn man schon bei einer WM ist, dann will man natürlich auch dort erfolgreich sein", meinte Walchhofer, der am 7. Februar in Val d'Isere seinen zweiten WM-Titel nach 2003 holen könnte.
(apa/red)
