Heel lässt alle Ski-Stars im Wind stehen:
Südtiroler gewinnt den Super-G in Gröden
- Windverhältnisse machten das Rennen zur Lotterie
- Görgl als 6. bester ÖSV-Läufer, Maier wird Neunter

·Daten & Fakten zum Klassiker in Gröden
Weltcup-Rennen seit 1969 auf der Saslong
·Kein Comeback von
Grugger in Gröden
Salzburger ist schon seit über 1 Jahr außer Gefecht
Der Weltcup-Super-G der Herren in Gröden ist zur großen Windlotterie avanciert. Das große Los zog dabei Werner Heel. Der 26-jährige Südtiroler Lokalmatador gewann in 1:35,04 Minuten vor dem Schweizer Didier Defago (+0,43 Sekunden) und dem schwedischen Altmeister Patrik Järbyn (0,45), der am 16. April seinen 40. Geburtstag feiert und nun ältester Podestfahrer der Weltcup-Geschichte ist.
Die Österreicher hatten weniger Glück, wurden größtenteils vom Wind verblasen und landeten im geschlagenen Feld. Bester ÖSV-Athlet war Stephan Görgl als Sechster, Hermann Maier verteidigte mit Rang neun das Rote Trikot des Führenden im Super-G-Weltcup. Der Super G war ein klassisches Startnummernrennen, die Startnummern 1 bis 5 landeten allesamt unter den Top-6 des Endklassements, lediglich Defago (Nummer 17) bildete die große Ausnahme.
Sieger Heel, der nach der Kvitfjell-Abfahrt 2008 seinen zweiten Weltcup-Erfolg feierte, wollte angesichts der verrückten Verhältnisse keine verfrühten Gratulationen entgegen nehmen, meinte aber danach: "Ich bin sprachlos, die Startnummer war ganz sicher kein Nachteil." Neben der Startnummer war für den 26-Jährigen aber auch das Material entscheidend. "Im Abfahrtstraining war ich extrem langsam, heute hingegen extrem schnell."
Görgl "ein wenig zu brav gefahren"
Görgl, mit Nummer 1 ins Rennen gegangen, wollte sich nach zwei verpatzten Saisonrennen im Super G (31. in Lake Louise, 34. in Beaver Creek) rehabilitieren, aber auch nicht zu viel riskieren. "Durch die beiden Nullnummern hat mir ein bisschen das Vertrauen im Super G gefehlt, daher habe ich heute die Linie nicht aufs Letzte ausgereizt. Ich bin ein wenig zu brav gefahren. Aber es war ein Lauf ohne schweren Fehler", erklärte der Steirer, dessen klare Priorität derzeit der Riesentorlauf ist.
Maier war als Neunter Bester der vom Wind benachteiligten Topfavoriten und dementsprechend zufrieden. "Mehr konnte ich heute nicht machen. Die Fahrt war sehr gut und gefühlvoll. Es war ein Kampf gegen Windmühlen, aber das bin ich ja gewohnt", berichtete der Salzburger, der in einem Werbespot für seinen Hauptsponsor als Don Quijote zu sehen war.
Walchhofer als Windopfer
Ein klassisches Windopfer war Michael Walchhofer, der mit 2,03 Sekunden Rückstand 40. wurde. "Beim Blick auf die Anzeigetafel hat es mir eine richtige Watschn gegeben, denn die Fahrt war gut und deshalb habe ich mit so einem Rückstand überhaupt nicht gerechnet. Weinen hilft aber nichts, auch wenn ich es am liebsten machen würde." Für die Abfahrt bleibt der Salzburger aber Topfavorit. "Dieses Rennen wird mich für die Abfahrt nicht mental belasten. Ich gehe davon aus, dass morgen faire Verhältnisse herrschen."
Benjamin Raich wurde 27. und landete damit gerade noch in den Weltcup-Punkterängen. "Schwer zu sagen, wer wie viel Wind gehabt hat. Ich hoffe, dass ich viel Wind hatte, denn das Gefühl bei der Fahrt war eigentlich ganz gut." Super-G-Weltcup-Sieger Hannes Reichelt, der 18. wurde, hatte einen treffenden Kommentar parat: "Vom Winde verweht, viel mehr kann man heute nicht sagen."
(apa/red)
