Schlierenzauer gewinnt in Engelberg vor Loitzl: ÖSV-Adler beflügeln sich gegenseitig
- Schweizer Ammann diesmal auf Rang 3 verwiesen
- Gutes Teamergebnis: Morgenstern 7., Koch wird 8.

Nach dem Sieg der Biathlon-Staffel in Hochfilzen gab es auch bei den Skispringern die österreichische Bundeshymne zu hören: Gregor Schlierenzauer hat die Generalprobe für die am 28. Dezember in Oberstdorf beginnende Vierschanzen-Tournee in Engelberg gewonnen, lediglich 1,7 Zähler vor seinem Teamkollegen Wolfgang Loitzl. Weltcup-Gesamtleader bleibt weiterhin Simon Ammann, der diesmal mit Platz drei vorlieb nehmen musste.
Schlierenzauer landete zweimal bei 133,5 Metern und feierte damit seinen zweiten Saisonsieg nach Trondheim und den insgesamt bereits 13. seiner Karriere. In der Gesamtwertung rückte er Leader Ammann bis auf 75 Punkte nahe, in Schlagdistanz ist er also. "Das ist eine große Motivation für mich. Jetzt freue ich mich auf die Pause und dann auf die Tournee", meinte Schlierenzauer. Auch das Beenden der Siegesserie von Ammann noch vor der Tournee war von Bedeutung. "Psychologisch gesehen ist das sehr wichtig gewesen. Nicht nur ich weiß, dass ich ihn jederzeit schlagen kann. Mit dem Wolfgang (Loitzl) habe ich auch einen starken Teamkollegen an der Seite, was Ammann derzeit nicht hat."
Loitzl muss weiter auf 1. Einzel-Weltcupsieg warten
Der ebenfalls in starker Form befindliche Loitzl muss hingegen weiterhin auf seinen ersten Einzel-Weltcupsieg warten. "Wuff" - wie er von vielen genannt wird - landete in seinem 221. Einzel-Weltcup zum achten Mal auf dem Podest - zum fünften Mal auf dem zweiten Platz (neben drei dritten Rängen). So knapp wie diesmal war er noch nie am Sieg dran, schon am Samstag hatte er sich nur um 2,2 Zähler dem Schweizer Ammann beugen müssen. "Es wird immer knapper. Aber ich bin geduldig und ich gehe davon aus, dass es früher oder später klappen wird", meinte Loitzl, bei dem auch sein Trainer ein "neues Feuer" entdeckt hat.
"Wir haben sehr hart gearbeitet in der letzten Zeit und gemerkt, dass wir Ammann Schritt für Schritt näher kommen. Wir haben zeitweise unsere Stärke ausspielen können, nämlich bei weiten Sprüngen den Telemark zu setzen. Heute hat man es in der Luft gespürt, dass der Tag da ist", freute sich Cheftrainer Alexander Pointner.
Trainer stolz auf starke Teamleistung
Stolz war Pointner aber auch auf seinen Doppel-Olympiasieger im Team. Denn Thomas Morgenstern war im Probedurchgang nach dem Aufsprung gestürzt, brach sich dabei beide Ski ab und holte sich eine Blessur im Oberschenkel. "Das war eine ganz tolle Sache, dass er dann im zweiten Durchgang wieder so einen Sprung zeigt."
Morgenstern selbst war auch ein bisserl stolz auf sich: "Das war heute ein schwerer Wettkampf unter diesen Umständen." Ein alter Fehler - zu viel Gewicht beim Aufsprung auf dem rechten Fuß - habe sich eingeschlichen und der weiche Schnee im Aufsprung sein übriges getan. "Ich bin dankbar, dass nicht mehr passiert ist." Der Bluterguss sei für die Tournee kein Problem, versichert der Kärntner. "Ich habe jetzt fünf Tage Zeit zum Regenerieren." Und auch der Verlust seines "Einser-Skipaars" ist kein Handicap, denn mit den Ersatzski, habe er schon "eine neue Liebe gefunden". Die Springer haben jetzt die wohlverdiente Weihnachtspause, am 27. Dezember erfolgt aber schon die Anreise nach Oberstdorf.
Sechs Tournee-Fixstarter
Grund zur Freude hatte nach dem Doppel-Sieg der Österreicher in Engelberg auch der Nordische ÖSV-Direktor für die Sparten Skispringen und Nordische Kombination, Toni Innauer. "Das war ein tolles Geschenk auch für mich als Hauptverantwortlichen - ein Doppelsieg in der Höhle des Löwen", sprach Innauer Gesamtleader Simon Ammann an. Innauer nannte im ORF-Fernsehen auch bereits sechs von sieben Fixstartern für die 57. Auflage der Vierschanzen-Tournee, die am 28. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnt.
"Sechs Leute kann ich nennen: Schlierenzauer, Morgenstern, Loitzl, Koch, Eggenhofer und Kofler. Den siebenten Mann werden wir am Montag nach Rücksprache mit den Trainern nennen", sagte Innauer, der Wolfgang Loitzl nach dessen konstanten Leistungen als "Geheimfavoriten" bezeichnete. Österreichs so erfolgsverwöhnte "Adler" peilen auf den vier Stationen in Oberstdorf (29.12.), Garmisch-Partenkirchen (1.1.2009), Innsbruck (4.1.) und Bischofshofen (6.1.) den ersten Gesamtsieg seit 2000 (Andreas Widhölzl) an.
| Endklassement 7. Bewerb/Engelberg II: | |||
| 1. | Gregor Schlierenzauer | AUT | 264,1 (133,5/133,5) |
| 2. | Wolfgang Loitzl | AUT | 262,4 (132,5/133,0) |
| 3. | Simon Ammann | SUI | 260,0 (131,5/136,0) |
| 4. | Martin Schmitt | GER | 253,9 (129,0/134,0) |
| 5. | Harri Olli | FIN | 251,3 (127,5/133,5) |
| 6. | Kalle Keituri | FIN | 250,8 (129,5/131,5) |
| 7. | Thomas Morgenstern | AUT | 247,7 (125,0/134,0) |
| 8. | Martin Koch | AUT | 244,0 (128,0/129,5) |
| 9. | Anders Bardal | NOR | 237,1 (127,0/127,5) |
| 10. | Michael Uhrmann | GER | 236,6 (125,0/129,5) |
| 11. | Roar Ljökelsöy | NOR | 231,6 (126,0/126,0) |
| 12. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 225,6 (124,0/125,5) |
| 13. | Andreas Küttel | SUI | 225,3 (124,0/124,5) |
| 14. | Roman Koudelka | CZE | 225,2 (124,0/125,0) |
| 15. | Ville Larinto | FIN | 223,2 (121,5/125,0) |
| 16. | Daiki Ito | JPN | 221,6 (121,5/125,5) |
| . | Jakub Janda | CZE | 221,6 (123,0/124,0) |
| 18. | Adam Malysz | POL | 221,2 (122,5/124,0) |
| 19. | Noriaki Kasai | JPN | 221,1 (123,5/123,5) |
| 20. | Björn Einar Romören | NOR | 218,6 (125,0/122,0) |
| 21. | Stephan Hocke | GER | 218,5 (121,5/123,5) |
| 22. | Denis Kornilow | RUS | 215,6 (123,5/121,0) |
| 23. | Anders Jacobsen | NOR | 214,8 (123,0/120,5) |
| 24. | Michael Neumayer | GER | 214,5 (121,5/123,5) |
| 25. | Ondrej Vaculik | CZE | 213,6 (124,5/120,0) |
| 26. | Matti Hautamäki | FIN | 207,6 (123,0/119,0) |
| 27. | Yuta Watase | JPN | 204,3 (120,5/118,0) |
| 28. | Robert Kranjec | SLO | 204,2 (121,0/118,0) |
| 29. | Taku Takeuchi | JPN | 203,3 (120,5/118,0) |
| 30. | Primoz Peterka | SLO | 195,4 (121,0/114,5) |
| Weiter: | |||
| 34. | Manuel Fettner | AUT | 102,6 (119,5) |
| 37. | Andreas Kofler | AUT | 100,3 (118,5) |
| 40. | Markus Eggenhofer | AUT | 98,5 (118,0) |
(apa/red)
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