Grandioser Biathlon-Erfolg in Hochfilzen:
ÖSV-Staffel feiert einen sensationellen Sieg
- Mesotitsch, Pinter, Eberhard und Sumann überlegen
- Insgesamt dritter Staffelsieg für Österreichs Skijäger
·Bisherige ÖSV-Siege im Biathlon-Weltcup
4 Staffelsiege, 2 im Team
und 15 im Einzelbewerb
·Biathlon: Sumann mit Rang sieben im Sprint
Verkühltem Österreicher gelingt tolles Ergebnis

Österreichs Biathlon-Staffel der Herren hat den Heim-Weltcup in Hochfilzen dominiert und einen überlegenen Triumph gefeiert. Daniel Mesotitsch, Fritz Pinter, Tobias Eberhard und Christoph Sumann setzten sich im Schneeregen bei schwierigen Bedingungen souverän ohne Strafrunde mit nur insgesamt fünf Nachladern vor Schweden (+1:11,2 Min.) und Frankreich (1:16,3) durch.
"Das ist ein Wahnsinnserfolg! Das uns das heute gelungen ist - unglaublich", lautete die erste Reaktion des 30-jährigen Kärntners Pinter nach dem insgesamt dritten Staffel-Sieg für Österreichs Skijäger in der Weltcup-Geschichte, dem ersten nach mehr als sieben Jahren Pausen. Zuletzt hatten die ÖSV-Biathleten am 15. Dezember in Pokljuka/Slowenien als Mesotitsch und Sumann gemeinsam mit Wolfgang Perner und Ludwig Gredler erfolgreich geblieben waren, über die 4 x 7,5 km gewonnen.
Ihren ersten "echten" Erfolg hatten die ÖSV-Herren am 5. Dezember 1999 ebenfalls in Hochfilzen gefeiert. Denn in der Weltcup-Statistik halten die Österreicher nun sogar schon bei vier Staffel-Erfolgen. In dieser wird nämlich auch der Pokljuka-Erfolg von 1992 berücksichtigt. Damals waren die Österreicher allerdings nur als Sieger geführt worden, weil die zweite Staffel Deutschlands, die den Bewerb gewonnen hatte, nach geltendem Reglement nicht für den Weltcup gewertet worden war.
Perfekte Schussleistung
Doch solche Statistik-Feinheiten waren dem erfolgreichen ÖSV-Quartett an diesem Tag vollkommen egal. "Beim letzten Schießen hat das Herz dann schon ein bissl stärker zu klopfen begonnen, doch ich bin Gott sei Dank cool geblieben", schilderte Schlussläufer Sumann, der ebenso wie Eberhard eine perfekte Schussleistung (ohne Nachlader) ablieferte, die entscheidenden Momente.
Nachdem der 32-jährige Steirer, der im Jänner 2007 in Pokljuka die Verfolgung und den Massenstart-Bewerb gewonnen und für die bisher letzten ÖSV-Einzelsiege gesorgt hatte, auch den zehnten und letzten Schuss erfolgreich abgefeuert hatte, drehte er sich bereits mit einer Jubelgeste in Richtung der begeisterten Fans am Schießstand. "Das war nicht geplant, sondern einfach eine spontane, emotionale Reaktion", betonte Sumann, der danach den Weg ins Ziel besonders genoss. "Wenn man mit so einem komfortablen Vorsprung auf die Schlussrunde gehen kann, dann ist das ein wunderschönes Gefühl. Deshalb möchte ich meinen drei Kollegen, die mir das ermöglich haben, besonders danken."
Beeindruckende Leistung von Youngster Eberhard
Neben Sumann beeindruckte vor allen die Leistung von Eberhard, der vom bisher "mit Abstand besten Erlebnis" seiner Sportkarriere sprach, nachdem er von Platz drei auf eins vorgelaufen war. "Das ist die Krönung", meinte der 23-jährige Saalfeldner, der vor einer Woche beim zweiten Staffel-Platz in Hochfilzen nur Zuschauer gewesen war.
Damals war Dominik Landertinger hinter den beiden Kärntnern Mesotitsch und Pinter als dritter Mann in die Loipe gestartet. Der 20-jährige Lokalmatador aus Hochfilzen, der aufgrund einer Verkühlung diesmal nicht zur Verfügung stand, hatte damals als einziger ÖSV-Athlet zwei Strafrunden drehen müssen, weshalb sich Österreich den diesmal nur fünftplatzierten Russen klar um 1:48,1 Minuten hatte beugen müssen. Diesmal wurde auf der dritten Staffel-Etappe durch Eberhard der Grundstein zum Sieg gelegt.
Trotz des eindrucksvollen Triumphs stieg Routinier Pinter auf die Euphoriebremse im Hinblick auf die Weltmeisterschaften vom 14. bis 22. Februar in Pyeongchang/Südkorea. "Natürlich zählen wir auch dort zu den Favoriten. Trotzdem heißt es jetzt ruhigbleiben und nicht durchdrehen. Wir müssen uns einfach in den noch verbliebenden eineinhalb Monaten weiter gut auf die WM vorbereiten", betonte der Staffel-WM-Dritte von 2005.
Österreicher führen im Spezial-Weltcup
Da die Österreicher als einziges Team in den ersten beiden Staffelbewerben jeweils auf dem Podest gelandet sind, führen sie auch im Spezial-Weltcup. "Wir haben gutes Material, sind läuferisch gut drauf und auf dem Schießplatz klappt's auch", lautete die simple Erklärung von Sumann, warum es derzeit für die Österreicher so gut läuft. "Hoffentlich geht es so weiter."
(apa/red)
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