Samstag, 20. Dezember 2008

Amman holt sich vierten Saisonerfolg: ÖSV- Adler Loitzl und Schlierenzauer am Podest

  • Wolfgang Loitzl muss weiter auf 1. Saisonsieg warten
  • "Schlieri" in sechs Bewerben fünfmal unter den Top 3

Der Schweizer Simon Ammann ist im Skisprung-Weltcup weiter das Maß der Dinge. Der Lokalmatador feierte in Engelberg im sechsten Bewerb seinen vierten Saisonsieg. Die Österreicher, diesmal angeführt von Wolfgang Loitzl als Zweitplatzierten und Gregor Schlierenzauer auf Rang drei, präsentierten sich eine Woche vor Beginn der Vierschanzen-Tournee weiter sehr stark und durften sich über den insgesamt 500. ÖSV-Podestplatz in der 30-jährigen Weltcup-Geschichte freuen.

Thomas Morgenstern (6.) und Markus Eggenhofer (8.) rundeten das neuerlich gute ÖSV-Ergebnis ab. "Gratulation an meine Mannschaft, eine runde Sache. Wir sind sehr stark aufgestellt und die Dominanz von Ammann ist nicht mehr so stark", betonte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, "der erste Sieg für Loitzl wäre zwar schön gewesen, aber bei der Tournee würde es natürlich noch schöner sein."

Österreicher kommen Ammann näher
Weltmeister Ammann hatte im ersten Sprung mit einem Satz auf 138,5 m den Grundstein für seinen siebenten Weltcup-Erfolg gelegt. Der 27-jährige Doppel-Olympiasieger von 2002 musste sich im Finale Loitzl (137,5 m) zwar weitenmäßig um einen halben Meter geschlagen geben, dem 28-jährigen Steirer fehlten aber schließlich 2,2 Punkte auf seinen ersten Weltcupsieg. "Die Konkurrenz aus Österreich ist mir näher gekommen", musste Ammann zugeben. "Wir werden weiter hart arbeiten, wir springen noch nicht fehlerfrei", sagte Pointner. Ammann baute seine Weltcup-Führung auf 115 Zähler vor Schlierenzauer aus. Loitzl ist Dritter, Morgenstern Fünfter.

Trondheim-Sieger Schlierenzauer, der seinen fünften Podestplatz des Winters erreichte, war im ersten Versuch dreieinhalb Meter kürzer als Ammann gesprungen und als Zweiter ins Finale gegangen. Loitzl überholte den 18-jährigen Skiflugweltmeister mit seinem tollen zweiten Sprung noch und sicherte sich wie zum Auftakt in Kuusamo Platz zwei. "Ich bin in sehr guter Form, meine Sprünge waren annähernd perfekt", meinte Loitzl. "Das Gefühl ist sehr gut, es fehlt noch die letzte Lockerheit und Entschlossenheit", bilanzierte Schlierenzauer, der in seinem 50. Weltcup-Einsatz den 26. Stockerlplatz (!) eroberte.

Morgenstern muss weiter auf Podestplatz warten
Vorjahressieger Morgenstern muss weiter auf den ersten Podestplatz des Winters warten. "Thomas hat gelernt, sich nicht ablenken zu lassen und hart an sich zu arbeiten", kommentierte Pointner die Bemühungen des 22-jährigen Kärntners, wieder an die Form der Vorsaison (zehn Siege) anzuknüpfen. Besonders erfreut war Pointner über den achten Platz von Eggenhofer, der 21-jährige Salzburger klassierte sich als Achter erstmals in den Top Ten. "Er hat vor allem im zweiten Durchgang bei ganz schwierigen Verhältnissen einen tollen Sprung gezeigt", so der ÖSV-Coach.

Deutlich verbessert präsentierte sich Andreas Kofler, der Tiroler zeigte nach seiner Pause in Pragelato (126,5 m/123 m) deutliche Aufwärtstendenz und durfte sich als 14. über die ersten Weltcuppunkte der WM-Saison freuen. "Ein Top 15-Platz zum Wiedereinstieg ist optimal, bei ihm ist wieder ein Lächeln da", sagte Pointner.

Auf den Rängen vier bzw. fünf landeten der Finne Ville Larinto und Tom Hilde aus Norwegen. Ex-Weltmeister Martin Schmitt aus Deutschland verbesserte sich mit einem 134,5-m-Sprung vom 28. noch auf den siebenten Rang. Pointners "Geheimfavorit" Martin Koch wurde Elfter. "Ihm hat die Lockerheit gefehlt". Manuel Fettner erreichte bei seinem ersten Weltcup-Auftritt der Saison ebenfalls das Finale der besten 30. Der Tiroler (119/123,5), der aus dem Kontinental-Cup aufgerückt war, klassierte sich auf Platz 24.


Endstand:
1.Simon AmmannSUI275,4 (138,5 m/137,0 m)
2.Wolfgang LoitzlAUT273,2 (134,0/137,5)
3.Gregor SchlierenzauerAUT265,7 (135,0/134,0)
4.Ville LarintoFIN259,4 (131,0/134,5)
5.Tom HildeNOR252,0 (134,0/128,5)
6.Thomas MorgensternAUT240,2 (129,0/127,5)
7.Martin SchmittGER235,1 (120,0/134,5)
8.Markus EggenhoferAUT234,3 (129,0/124,5)
9.Michael NeumayerGER233,7 (128,0/126,0)
10.Dmitrij WassilijewRUS232,3 (126,5/127,0)
11.Martin KochAUT231,1 (123,0/129,0)
12.Anders BardalNOR230,6 (125,5/126,5)
13.Harri OlliFIN229,6 (129,0/123,0)
14.Andreas KoflerAUT227,1 (126,5/123,0)
15.Jakub JandaCZE226,1 (124,5/125,0)
16.Denis KornilowRUS224,2 (127,5/121,5)
17.Vincent Descombes SevoieFRA222,8 (125,0/123,5)
18.Johan Remen EvensenNOR219,8 (122,0/124,0)
19.Jernej DamjanSLO219,2 (128,0/118,5)
20.Primoz PeterkaSLO216,5 (128,0/117,0)
21.Adam MalyszPOL216,1 (125,0/119,5)
22.Stephan HockeGER213,0 (123,0/122,0)
23.Jan MaturaCZE212,4 (126,0/117,0)
24.Manuel FettnerAUT211,5 (119,0/123,5)
25.Taku TakeuchiJPN211,4 (120,5/122,5)
26.Emmanuel ChedalFRA209,7 (122,0/119,5)
27.Lukasz RutkowskiPOL206,5 (120,0/120,0)
28.Ondrej VaculikCZE201,2 (119,5/119,5)
29.Ilja RosljakowRUS193,8 (121,0/112,5)
30.Matti HautamäkiFIN185,3 (122,0/111,5)


(apa/red)

20.12.2008 16:54