"Schlimmster Terroranschlag": Gedenken an die Opfer von Lockerbie vor 20 Jahren
- PanAm-Maschine in 10.000 Metern Höhe gesprengt
- 270 Menschen starben bei Unglück in Schottland

20 Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf ein US-Linienflug über dem schottischen Ort Lockerbie ist in Großbritannien der Opfer gedacht worden. In der 4000 Einwohner zählenden Gemeinde Lockerbie versammelten sich am Nachmittag mehr als 150 Menschen, die auf dem Friedhof Kränze und Blumen zur Erinnerung an die Toten niederlegten. Auch am Londoner Flughafen Heathrow, von wo aus der PanAm-Flug am 21. Dezember 1988 nach New York gestartet war, sollte es später eine Gedenkveranstaltung geben.
In den USA waren ebenfalls mehreren Zeremonien geplant, unter anderem an der Syracuse University im Bundesstaat New York. Unter den Opfern des Anschlags waren insgesamt 35 Studenten der Universität, die von Studienaufenthalten in London und Florenz über Weihnachten in ihre Heimat zurückkehren wollten.
259 Insassen getötet
Bei dem Anschlag waren am 21. Dezember 1988 alle 259 Insassen des Flugzeuges getötet worden, darunter 180 US-Bürger. Am Boden in Lockerbie kamen elf Menschen ums Leben. Leichen und brennende Trümmerteile fielen aus 9400 Meter Höhe auf den kleinen Ort, wo der Rumpf der Maschine einen riesigen Krater in den Boden riss. Auslöser der Explosion war eine Bombe im Laderaum des Flugzeuges, die knapp 40 Minuten nach dem Start in die Luft ging.
Der schottische Ministerpräsident Alex Salmond und der britische Schottland-Minister Jim Murphy sprachen den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus. "Das war der schlimmste Terroranschlag in Großbritannien", sagte Murphy. Man sei in Gedanken bei den Familien, die ihre Angehörigen verloren hätten.
Die Spur der Anschläge führte nach Libyen. Zwischen dem Westen und dem arabischen Land herrschte daraufhin jahrelang Eiszeit. Sie taute erst langsam wieder auf, seit Tripolis die Verantwortung übernimmt und sich zu milliardenschweren Zahlungen an die Opfer verpflichtet hat.
Der Libyer Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi wurde im Jahr 2001 wegen Massenmordes verurteilt, der Fall wird jedoch derzeit neu aufgerollt. Der 56-jährige Ex-Geheimagent muss laut Urteilsspruch noch 20 Jahre in Haft bleiben. Er bestreitet aber, die Bombe an Bord geschmuggelt zu haben. Megrahi leidet an Krebs im fortgeschrittenen Stadium, auch deshalb bemüht er sich um eine Freilassung. Eine Neuverhandlung des Falles soll voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen.
(apa/red)
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