Samstag, 20. Dezember 2008

Mann starb nach Taser-Einsatz der Polizei: Elektroschockpistolen weltweit umstritten

  • Beamte wollten 26-Jährigen eigentlich ruhig stellen
  • 334 Menschen sind am Einsatz der Waffen gestorben

Im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein 26-jähriger Mann gestorben, den die Polizei mit einer Elektroschockpistole hatte ruhig stellen wollen. Beamte seien in ein Krankenhaus in San José geschickt worden, um einen Streit zu beenden. Als sie auf einen Beteiligten mit einer sogenannten Taser-Waffe geschossen hätten, habe dieser das Bewusstsein verloren.

Da der 26-Jährige nicht mehr geatmet habe, hätten die Polizisten einen Wiederbelebungsversuch gestartet, hieß es weiter. Danach wurde der Mann in die Notaufnahme gebracht, wo er wenige Minuten später starb. Zur Klärung des Vorfalls sei eine Untersuchung eingeleitet worden, teilte die Polizei mit.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte vor kurzem einen Bericht vorgestellt, wonach von 2001 bis August 2008 in den USA 334 Menschen nach der Anwendung einer Taser-Waffe starben. Laut medizinischen Berichten und Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sei in mindestens 50 Fällen der Schuss mit der Elektroschockpistole die Todesursache gewesen. Im Herbst vergangenen Jahres hatte in Kanada der Tod eines 40-jährigen Polen für Empörung gesorgt. Er war gestorben, nachdem Polizisten auf dem Flughafen von Vancouver ihn mit einem Taser überwältigt hatten.

(apa/red)

20.12.2008 22:23