Freitag, 19. Dezember 2008

"Jetzt erst recht"-Stimmung nach Attentat:
Passauer Polizeichef gibt sich kämpferisch

  • Mannichl nach Attentat aus dem Spital entlassen
  • Mutmaßlicher Täter wird mit Phantombild gesucht

In einer ersten Erklärung nach dem Messerattentat vom letzten Samstag hat der Passauer Polizeichef Alois Mannichl zum weiteren entschlossenen Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen. Niemand dürfe sich von Einzelnen "in Angst und Schrecken" versetzen lassen, sagte er bei seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Ein verdächtiger 33 jähriger Neonazi sitzt in Untersuchungshaft.

Der Passauer Polizeidirektor war am Samstag vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell niedergestochen worden. Die 50-köpfige Sonderkommission "Fürstenzell" fahndet im Zusammenhang mit der Tat nach einem oder zwei tätowierten Skinheads. Ein 33 Jahre alter Neonazi und seine 22 Jahre alte Frau sitzen bereits in Untersuchungshaft. Ihnen wird Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen.

Österreichischer Einschlag beim Täter?
Die Polizei hat unterdessen erstmals ein Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Die aufgrund von Mannichls Beschreibung erstellte Zeichnung zeigt die rechte Gesichtshälfte eines 25 bis 35-jährigen glatzköpfigen Mann mit rundem, vollem Gesicht und einer kreuzförmigen Tätowierung oder einem Muttermal am Hals. Der Täter war etwa 1,90 Meter groß und sprach bayerischen Dialekt, eventuell mit österreichischem Einschlag.

Zwei weitere Männer gesucht
Gefahndet wird nach zwei weiteren Männern, die sich am Tat-Samstag ebenfalls in Fürstenzell aufgehalten haben könnten. Der erste ebenfalls glatzköpfige Mann soll ein Tattoo in Form einer grünen Schlange mit roter Zunge vom linken Ohr zur Schläfe haben. Der Mann wird beschrieben als 30 bis 40 Jahre alt, groß, kräftig, mit bulligem Nacken. Bekleidet gewesen sei er mit schwarzer Fliegerjacke mit kreisrundem Abzeichen auf dem linken Ärmel. Nach Zeugenaussagen habe der zweite Mann auf der rechten Wange ein eintätowiertes Kreuz mit einem nach unten gerichteten Pfeil, teilte die Polizei mit. (apa/red)

19.12.2008 18:09