Freitag, 19. Dezember 2008

Pannenserie im AKW Temelin geht weiter: Block 2 wegen Störung vom Netz genommen

  • Für Österreich sind keine Auswirkungen zu erwarten
  • Grüne und Atomgegner protestieren gegen Kraftwerk

Nach einem Zwischenfall im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin hat das Umweltministerium Entwarnung gegeben. Von der gemeldeten Panne seien demnach keine Auswirkungen für Österreich zu erwarten. Tschechien hätte außerdem alle Informationspflichten eingehalten. FPÖ, Grüne und Atomgegner nahmen den Zwischenfall dagegen zum Anlass, erneut gegen Temelin zu protestieren.

Die Informationspflichten seien von tschechischer Seite "zeitgemäß und routinemäßig" eingehalten worden, hieß es laut Umweltministerium. Es handle sich bei dem Zwischenfall demnach um einen "Reparaturbedarf im nicht-nuklearen Bereich beim Öl-Zufluss zu den Regulations-Ventilen der Turbine". Weder "strahlenschutz- noch nuklearpolitisch" seien weitere Schritte zu veranlassen, so das Ministerium. Es bestehe kein Grund zur Panik.

Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete und Temelin-Sprecher Werner Neubauer forderte unterdessen von der Regierung, Flagge zu zeigen. Auch die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner forderte die Regierung zum Handeln auf. Die Organisationen "atomstopp_oberoesterreich" und "Anti Atom Komitee" appellierten an Umweltminister Nikolaus Berlakovich, er solle eine Analyse der Turbinenprobleme verlangen.

AKW-Sprecher Marek Svitak hatte mitgeteilt, dass die Stromproduktion in Temelin wegen einer Panne vorübergehend eingestellt werden müsse. Der zweite Block werde für kurze Zeit vom Netz genommen, um die Reparatur am Öl-Zufluss zu den Regulationsventilen der Turbine durchführen zu können. Bereits Ende November hatte es in Block 2 von Temelin eine Panne gegeben. Umweltminister Berlakovich kündigte indes auch entschlossenen Widerstand gegen den Beschluss der slowakischen Regierung an, im AKW Bohunice einen weiteren Reaktorblock zu errichten. (apa/red)

19.12.2008 17:11