Freitag, 19. Dezember 2008

Oscarreife für den Bush-Schuhwerfer?
Filmpreis in Dubai wird al-Saidi gewidmet

  • Jacir will ihren Preis an Journalisten weitergeben
  • Ermittlungsrichter: Schuhwerfer wurde geschlagen

Der Preis für das beste arabische Drehbuch ist beim internationalen Filmfestival von Dubai indirekt an den Schuhwerfer von Bagdad gegangen. Die palästinensisch-amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Annemarie Jacir, die den Preis während der Abschlussgala des Festivals entgegennahm, sagte, sie wolle die Auszeichnung dem irakischen Journalisten Montasser al-Saidi geben, der am vergangenen Sonntag seine Schuhe nach US-Präsident George W. Bush geworfen hatte.

Jasir erhielt den Preis für ihr Drehbuch zu "Das Salz dieses Meeres". Der Film, bei dem Jasir auch Regie geführt hat, erzählt die Geschichte einer Amerikanerin mit palästinensischen Wurzeln, die das Land ihrer Eltern kennenlernt. Als besten Film zeichnete die Jury "Mascarades - Maskeraden" des französisch-algerischen Regisseurs Elias Salem aus, der zuvor auch schon bei anderen arabischen Festivals Preise erhalten hatte.

Bushs Leben auf der Leinwand
Bush hatte in Dubai schon am ersten Tag im Mittelpunkt gestanden, als Hollywood-Regisseur Oliver Stone mit seinem umstrittenen Film "W", der das Leben des US-Präsidenten zum Thema hat, das Festival eröffnete. In Dubai gaben sich dieses Jahr viele prominente Gäste aus Hollywood und Bollywood die Ehre.

Schuhwerfer wurde geschlagen
Montasser al-Saidi ist nach Angaben eines Ermittlungsrichters unmittelbar nach dem Zwischenfall geschlagen worden. Er weise Prellungen in seinem Gesicht und um die Augen auf, erklärte Richter Dhia al-Kinani. Das Gericht habe deshalb eine Untersuchung eingeleitet.


(apa/red)

19.12.2008 15:52