Mittwoch, 17. Dezember 2008

Streit zwischen Busfahrern endet tödlich:
Unfall in Israel fordert 24 Menschenleben

  • Lenker setzte zu Überholmanöver in einer Kurve an
  • Minister spricht von einem "kriminellen Verhalten"

Bei einem schweren Busunglück nach einem Überholmanöver sind in Israel 24 Menschen ums Leben gekommen. 33 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als ein Reisebus mit russischen Reiseverkehrskaufleuten in der Negev-Wüste in eine Schlucht stürzte und dort zerschellte. Die Ursache für das schwere Unglück sind laut Verkehrsminister Schaul Mofas Differenzen zwischen zwei Fahrern gewesen.

Einem Zeugen zufolge hatte der Fahrer in einer Kurve versucht, einen anderen Bus zu überholen. Der Lenker des Unglücksbusses sei an einer Straßenkontrolle in einen Streit mit einem Kollegen geraten, der einen anderen Bus mit russischen Touristen steuerte, sagte Mofas im israelischen Militärradio. Bei der Weiterfahrt Richtung Eilat hätten sich die beiden Fahrer immer wieder gegenseitig überholt, bis es in einer Kurve zum Unfall kam. Der Minister sprach von einem "kriminellen Verhalten" des Fahrers. Dieser liegt verletzt in einem Krankenhaus.

Mehrfach überschlagen
"Der Busfahrer wollte in einer Haarnadelkurve einen anderen Bus überholen und hat dabei die Kontrolle verloren", sagte ein Taxifahrer, der hinter dem Bus gefahren war, dem israelischen Rundfunk. Beim Sturz in die Schlucht habe sich der Reisebus mehrfach überschlagen. Aus dem Inneren des Fahrzeugs seien mehrere Insassen herausgeschleudert worden. Unter den 33 Verletzten waren nach Angaben der Rettungskräfte 23 in einem ernsten Zustand.

Nach einem Bericht des israelischen Militärradios hat der Fahrer des verunglückten Busses in der Vergangenheit bereits mehr als 20 Mal gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Er überlebte das Unglück verletzt und wurde bereits von der Polizei vernommen. Eine Überprüfung des Fahrtenschreibers sollte nun klären, wie schnell der Bus zum Zeitpunkt des Unglücks unterwegs war.
(apa/red)

17.12.2008 12:46