Krawalle in Griechenland flammen wieder
auf: Angriff auf Polizeipräsidium in Athen
- Vermummte Jugendliche werfen Steine & Brandsätze
- Nachrichten im griechischen Fernsehen unterbrochen

Vermummte Jugendliche haben den Hauptsitz der griechischen Bereitschaftspolizei in Athen mit Steinen und Brandsätzen angegriffen. Das Gebäude und sieben Einsatzfahrzeuge sowie ein Polizeibus wurden beschädigt, es sei aber niemand verletzt worden, teilte die Polizei mit. Andere Demonstranten besetzten vorübergehend ein Fernsehstudio des griechischen Staatsfernsehens (NET) und unterbrachen eine Nachrichtensendung für wenige Minuten.
Die Gruppe von rund 20 Jugendliche hielt Transparente in die Kamera und forderte die Zuschauer auf, sich den Protesten anzuschließen. "Hört auf zuzusehen. Geht auf die Straße", hieß es auf einem Transparent. Der Chef des Senders, Christos Papagopoulos, übernahm die Verantwortung für die offensichtlich mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen.
Straßenblockaden
Es waren die ersten größeren Angriffe nach zwei Tagen relativer Ruhe. Auch in Thessaloniki kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten der Polizei. In einigen Teilen Athens blockierten Schüler Straßen, um gegen die Tötung des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos durch eine Polizei-Kugel zu protestieren.
Griechenland erlebt seit dem tödlichen Zwischenfall die heftigsten Proteste seit Jahrzehnten. Diese richten sich inzwischen mehr und mehr gegen das Bildungssystem, auch soziale Fragen kommen bei den Protesten zur Sprache. Dutzende Universitätsgebäude sind besetzt.
Als symbolische Geste für eine festliche Stimmung in Athen sollte der Weihnachtsbaum auf dem zentralen Syntagma-Platz in neuem Glanz erstrahlen. Sein Vorgänger wurde schon zu Beginn der Proteste in Brand gesteckt.
(apa/red)
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