Deutsche Geisel in Bergdorf verschleppt:
Jemenitische Behörden kreisen Entführer ein
- Sicherheitskräfte sperren Zufahrtswege zum Haus
- Familienclan will Angehörige von Staat freipressen

Die im Jemen entführte deutsche Familie wird nach neuesten Erkenntnissen der Behörden in einem Bergdorf östlich der Hauptstadt Sanaa festgehalten. Die Polizei begann nach diesen Angaben, das Versteck in Nabaah allmählich einzukreisen. Die drei Deutschen waren zuvor von Stammesangehörigen entführt worden.
"Sicherheitskräfte haben das Haus isoliert und alle Zufahrten gesperrt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Sanaa der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Damit soll verhindert werden, dass die Entführer ein neues Versteck suchen oder die Geiseln wegbringen." Ein Angriff sei nicht geplant, verlautete aus diplomatischen Kreisen.
Die drei Deutschen waren von Stammesangehörigen entführt worden, um von der Regierung die Freilassung von zwei Mitgliedern ihres Clans zu erpressen. Zudem verlangten sie von der Regierung umgerechnet 200.000 Dollar (rund 160.000 Euro) Entschädigung für ein Grundstück, da sich die Familie nach einem Geschäft betrogen fühlt. Bei den Geiseln handelt es sich um eine im Jemen arbeitende Expertin der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die mit ihren Eltern in dem arabischen Land Urlaub machte.
(apa/red)
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