Strache will Claudia Haider an Bord holen:
FPÖ rüstet sich für Landtagswahl in Kärnten
- Neuer Spitzenkandidat wird am Montag präsentiert
- Kritik am BZÖ: "Claudia nicht in Schutz genommen"
Orange geben sich empört: "Peinlich und pietätlos"

·Herbert Scheibner ist
Interimschef - wieder
Polit-Veteran hält sich gerne in zweiter Reihe
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NEWS: Witwe beantragt nochmalige Ermittlungen
FPÖ-Obmann Strache will mit Hilfe von Claudia Haider bei den Landtagswahlen in Kärnten einen "freiheitlichen Landeshauptmann" erreichen. Nur die FPÖ könne das "Erbe" von Jörg Haider "retten und bewahren", dem BZÖ-Kandidaten Gerhard Dörfler "traut die Bevölkerung das nicht zu". Strache will Haider-Witwe Claudia als Landtagspräsidentin ins Spiel bringen.
Das BZÖ habe hier bisher versagt und in der "ganzen schmutzigen Berichterstattung um das Ableben Haiders Claudia nicht in Schutz genommen". Das BZÖ könnte sich "auflösen", sagt Strache den abgespaltenen Orangen den Kampf an und schließt auch eine Wiedervereinigung aus. "Ich werde Claudia Haider als Landtagspräsidentin vorschlagen und ich bin enttäuscht, dass das BZÖ bis dato in diesem Bereich untätig geblieben ist", sagte Strache. Der FPÖ-Chef: "Wir werden ein starkes Angebot für Kärnten legen. Wir werden so stark werden, dass es ein politisches Erdbeben" geben könnte.
Strache will Mölzer
Für die EU-Wahlen im Juni 2009 will Strache den bisher einzigen FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer als Spitzenkandidaten vorschlagen. "Ich halte ihn für die geeignetste Persönlichkeit". Die Erwartungen setzt Strache eher niedrig an. Man wolle "zwei, drei Mandate" erreichen.
"Peinlich und pietätlos"
Als "peinlich und pietätlos" bezeichnet BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz die Ankündigung von Strache, Claudia Haider zur Landtagspräsidentin machen zu wollen. "Wir verwehren uns im Namen der Familie Haider gegen die Vereinnahmung durch die FPÖ", sagte Strutz. Claudia Haider habe bereits angekündigt, sich nicht politisch betätigen zu wollen. Er wertet Straches Aussage als Versuch, "mit starken Sprüchen Aufmerksamkeit zu erregen".
Strutz verweist auf Umfragen
"Zur Kärntner Landtagswahl verweisen wir auf die aktuellen Umfragen, die der FPÖ keinen Einzug in den Landtag prognostizieren, weil sie deutlich unter der fünf Prozent Hürde liegt", so Strutz. "Sollte es wider Erwarten doch zu einem Einzug der FPÖ kommen, dann kann sie gerne den BZÖ-Kandidaten unterstützen. Wir streben ein so gutes Ergebnis an, dass es über Gerhard Dörfler keine Diskussion im Landtag geben wird", betonte der BZÖ-Generalsekretär.
Schafft es FPÖ in den Landtag?
Laut einer in der "Kleinen Zeitung" veröffentlichten Sora-Umfrage käme das BZÖ in Kärnten derzeit auf 41 Prozent der Stimmen (im April waren es noch 44 Prozent gewesen). Die SPÖ konnte dagegen von 33 auf 38 Prozent aufholen. Die ÖVP sieht Sora mit elf Prozent weiterhin im Tief, die Grünen würden mit sechs Prozent im Landtag bleiben, die FPÖ den Einzug mit zwei Prozent dagegen verpassen. Eine vom BZÖ in Auftrag gegebene OGM-Umfrage sah die Orangen in Kärnten zuletzt bei 42 Prozent, die SPÖ bei 29, die ÖVP bei zwölf, die Grünen bei zehn und die FPÖ bei fünf Prozent.
(apa/red)
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