Geht Fischer in die 2. Runde? Präsident entscheidet '09 über seine Wiederkandidatur
- Nicht amtsmüde: "Macht die Aufgabe große Freude"
- Bundespräsident fordert endlich Ortstafel-Regelung
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Bundespräsident Heinz Fischer will Mitte 2009 entscheiden, ob er im Jahr darauf wieder als Staatsoberhaupt kandidiert. Fischer betonte, auch innerlich noch nicht über ein neuerliches Antreten entschieden zu haben, da er über diese Frage noch nicht mit aller Konsequenz nachgedacht habe.
Dass er amtsmüde sei, dementierte der Bundespräsident aber in der Ö1-Reihe "Im Journal zu Gast": "Mir macht die Aufgabe hier große Freude und ich versuche sie nach besten Kräften zu erfüllen." Die Zeit, durch Ankündigung einer Kandidatur oder Nicht-Kandidatur zu einer Wahlkampf-Stimmung beizutragen, sollte aber nicht zu früh kommen. Daher gebe er jetzt noch keine Erklärung ab.
Zufrieden ist der Präsident, was die ersten Ansätze der Regierung angeht. Es gebe ein hohes Maß an Erfahrung und Glaubwürdigkeit in wirtschaftlichen und sozialen Fragen und man sehe, dass die Koalition bemüht sei, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wichtig sei, dass die Bevölkerung das Gefühl habe, in einer Regierung gebe es Partner "und nicht Streithanseln, die sich nicht im Geringsten leiden können".
Rückendeckung für Pröll
Unterstützung erhält Finanzminister Josef Pröll (V), was die auf Hilfsorganisationen beschränkte steuerliche Absetzbarkeit von Spenden angeht. Er verstehe die Notwendigkeit für den Finanzminister hier schrittweise vorzugehen, nahm Fischer den Vizekanzler gegen Kritik von Umwelt- und Tierschutzorganisationen in Schutz.
Forderungen an die Regierung hat der Präsident hingegen in der Ortstafel-Frage. Die Politik werde sich zwar bis zur Kärntner Landtagswahl "vermutlich zurückhalten", allerdings ergäben sich auch durch Verfassungsgerichtshof und Staatsvertrag Aufträge und ein Handlungsbedarf: "Dessen ist sich die Regierung bewusst."
Zufrieden mit EU-Linie
Mit der EU-Linie des Kabinetts Faymann ist Fischer jetzt ganz zufrieden. Immerhin sei nun klar gestellt, dass es keine Kehrtwendung bezüglich der inhaltlichen Positionen der europäischen Integration gebe. Der Kompromiss mit der Defacto-Ausklammerung der Volksabstimmungsfrage im Regierungsprogramm ist für den Präsidenten eine "Lösung, mit der beide Parteien leben können - und das ist wichtig". Zugestanden wurde von Fischer, dass mit der Neupositionierung der SPÖ in Sachen EU-Volksabstimmung zwischendurch eine "nicht unheikle Situation" entstanden sei, bei der er auch Einwendungen erhoben habe.
(apa/red)
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