Bewegung im Fall Flick: Unbekannte wollen 100.000 Euro für Hinweis auf geklauten Sarg
- Staatsanwaltschaft gegen Lösegeld-Anwalt eingesetzt
- Witwe: "Abscheulich, wie man mit Familie umgeht"

Nach dem Diebstahl des Sargs mit der Leiche des Milliardärs Friedrich Karl Flick hat dessen Familie eine von einem Nürnberger Anwalt übermittelte Lösegeldforderung abgelehnt. Gleichzeitig schaltete sie die Staatsanwaltschaft ein, sagte ein Sprecher der Familie. Wie er weiter sagte, bestehe der Verdacht, dass der Anwalt den oder die Täter begünstigt haben könnte.
Die Familie Flick habe auf Anraten der österreichischen Polizei Anfang Dezember zunächst auf die Forderung des Anwalts reagiert, die er im Namen eines anonymen Mandanten als Gegenleistung für die Rückführung des Leichnams überbrachte, sagte Jörg-Andreas Lohr, der Vorstand der Familienstiftung Flick. Die spätere Forderung nach Bezahlung von Anwaltskosten, sowie nach dem Verzicht auf Verfolgung der Kanzlei und des Mandanten habe man aber abgelehnt.
"Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang," kritisierte Lohr. Er halte es für nahe liegend, dass der anonyme Mandant der Täter oder jemand aus dessen Umfeld ist. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass ein Nürnberger Anwalt im Auftrag eines anonymen Mandanten die von der Familie Flick ausgeschriebene Belohnung von 100 000 Euro fordert.
Unbekannte hatten den Sarg Flicks Mitte November vom Friedhof in Velden in Kärnten in Österreich gestohlen. Der Milliardär war am 5. Oktober 2006 in seiner Villa am Wörthersee im Alter von 79 Jahren gestorben.
(apa/red)
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