Sonntag, 14. Dezember 2008

Bush hadert weiter mit der Auto-Branche:
Keine Entscheidung aus dem Weißen Haus

  • Prüfung mehrerer Optionen für krisenhafte Industrie
  • Für GM und Chrysler droht weiter Zahlungsunfähigkeit

In den USA zieht sich die Entscheidung über finanzielle Hilfen der Regierung für die angeschlagenen Autokonzerne hin. Am Sonntag und Montag sei nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, hieß es aus dem Weißen Haus. Nach dem Scheitern eines geplanten Kreditpakets über 14 Mrd. Dollar in der Nacht auf Freitag im Kongress werden nun mehrere Optionen für eine Unterstützung der Automobilkonzerne geprüft.

General Motors und Chrysler haben erklärt, dass sie ohne staatliche Finanzhilfe innerhalb der nächsten Wochen zahlungsunfähig werden könnten. Ungeachtet der anhaltenden Rettungsbemühungen der Regierung beschloss die Opel-Mutter GM, 20 Werke in Nordamerika zeitweise zu schließen und die Produktion um ein Drittel zu drosseln. Zur Anpassung an den größten Absatzeinbruch seit 26 Jahren sollen viele der betroffenen Fabriken in den USA, Kanada und Mexiko den ganzen Jänner über eine Zwangspause einlegen.

Mittel aus vorhandenem Paket
Im Interesse der Steuerzahler und der Wirtschaft lasse sich die Regierung die erforderliche Zeit, um eine sinnvolle Lösung herbeizuführen, sagte ein Regierungssprecher. Unter anderem wird darüber gesprochen, Mittel aus dem 700-Milliarden-Rettungspaket für die Banken zugunsten der Automobilindustrie abzuzweigen. Eine andere Möglichkeit könnten Kredite der Zentralbank sein. Beobachter halten es aber auch für möglich, dass die Regierung die Insolvenz der Autokonzerne in Kauf nehmen könnte, falls gewährleistet ist, dass diese geordnet verläuft.

Nach Informationen der "Sunday Times" kann auch die angeschlagene britische Autoindustrie auf Hilfe der Regierung hoffen. Das Wirtschaftsministerium ist demnach bereit, Garantien für Kredite zu geben oder die Autohersteller mit günstigen Krediten aus dem Rettungspaket für die Bankenlandschaft zu versorgen.
(apa/red)

14.12.2008 17:03