Samstag, 13. Dezember 2008

voestalpine muss auf Kurzarbeit umstellen:
Standort Linz aber angeblich nicht betroffen

  • 2.000 Jobs wackeln - Leasingarbeiter trifft es zuerst
  • Magna Steyr dehnt Kurzarbeit um einen Monat aus

Die voestalpine plant Kurzarbeit an einzelnen Standorten. Denn die vorgesehenen Produktionskürzungen infolge der Absatzschwäche würden nicht alleine mit dem Abbau von Überstunden und dem Konsumieren von Urlauben kompensiert werden können. Das berichtet das "Neue Volksblatt" unter Berufung auf den Pressesprecher des Stahlkonzerns, Peter Schiefer. Magna Steyr in Graz-Thondorf dehnt die Kurzarbeit um einen Monat bis Ende März aus.

Die Einführung von Kurzarbeit sei für einzelne Standorte geplant. Welche Standorte betroffen seien und wie lange diese Maßnahme dauern werde, wollte Schiefer laut "Volksblatt" nicht sagen, "da die Gespräche über entsprechende Betriebsvereinbarungen noch laufen". Linz sei aber im Moment nicht dabei.

Wie andere Stahlkonzerne versuche die voestalpine die Probleme in der Autoindustrie mit Produktionspausen und Kurzarbeit abzufedern, schreibt die Zeitung . Ende November hatte Generaldirektor Wolfgang Eder bekanntgegeben, dass die Stahlproduktion zwischen drei und fünf Prozent gedrosselt werden soll. Dadurch würden rund 2.000 von insgesamt 42.000 Jobs wackeln. Betroffen seien überwiegend Leasingarbeiter. Gleichzeitig kürzt das Unternehmen die geplanten Investitionen um 30 Prozent auf 700 Mio. Euro. Preissenkungen schloss Eder aber zuletzt aus.

Magna verlängert Kurzarbeit
Bei Magna Steyr in Graz-Thondorf haben sich die Sozialpläne mit dem Arbeitsmarktservice Steiermark (AMS) verändert: Wie bekannt wurde, werden rund 600 Mitarbeiter aus der Chrysler-Produktion ein Monat länger - also bis Ende März - in Kurzarbeit bleiben. Verkürzt hat sich hingegen der "unfreiwillige Urlaub" mehrerer anderer Linien. Insgesamt halte sich das Stundenausmaß und die Fördersumme des AMS die Waage, so Hermann Gössinger vom Arbeitsmarktservice.

Er bestätigte einen Bericht des ORF Radio Steiermark, wonach die Arbeiter der Chrysler-Produktion Ende Februar wieder im Werk tätig werden hätten sollen. Wegen der schlechten Auftragslage haben sich AMS und Magna nun aber doch für einen der ersten Pläne entschieden, denen zur Folge die Mitarbeiter ein Monat länger zu Hause bleiben. Konzernsprecher Daniel Witzani erklärte, dass die Chrysler-Produktion im Jänner eine Woche lang laufen werde. Am 12. Jänner soll dann ein Mitarbeitertreffen stattfinden, in dem das weitere Vorgehen besprochen werde.

Seit Anfang November sind allein bei Magna Steyr in Graz rund 2.600 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Insgesamt arbeiten als Folge der Finanzkrise rund 4.800 steirische Beschäftigte - vorwiegend aus dem automotiven Bereich - kurz.


(apa/red)

13.12.2008 11:23