Samstag, 13. Dezember 2008

Datenskandal bei Berliner Landesbank:
Kreditkartendaten tausender Kunden geklaut

  • Datensätze mit den höchsten Sicherheitsstandards
  • Kundenkonten könnten komplett leergeräumt werden

Bei der Landesbank Berlin sind nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" die Kreditkarten-Daten von zehntausenden Kunden ausgespäht worden. Nach Ansicht von Datenschützern stellt der Fall alle bisherigen Datenskandale in den Schatten. Dem Blatt wurden von einem anonymen Absender detaillierte Abrechnungen von Kreditkarten mit Adresse, Kontonummer und Überweisungsdaten zugespielt.

Dazu gehörten auch Geheimnummern (PIN) für Kreditkarten, berichtete die Zeitung. Der Datenverlust betreffe Kunden der Landesbank Berlin selbst sowie Karten, die über den ADAC und den Internethändler Amazon ausgestellt wurden. Die "Frankfurter Rundschau" hat nach eigenen Angaben Polizei und Staatsanwaltschaft informiert.

Dies sei nach dem derzeitigen Stand ein "unglaublicher Fall", was vor allem die Qualität der Daten betreffe, sagte Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, der "Berliner Zeitung". Die Informationen stammten offenbar aus Datensätzen, die eigentlich höchsten Sicherheitsstandards unterliegen. Besonderen Grund zur Sorge gebe, dass auch die PIN abhandengekommen seien. "Damit könnten die Kreditkartenkonten bis zum maximalen Kreditrahmen leergeräumt werden", sagte Weichert.

Dem Bericht der "Frankfurter Rundschau zufolge ist die Berliner Landesbank der größte Kreditkartenvergeber Deutschlands. Nach Informationen der Zeitung stammen die Daten von der Firma AtosWorldline, die für die Landesbank die Abrechnungen erstellt und eine Filiale in Frankfurt hat. Die Bank bestätigte der Zeitung, dass sie mit AtosWorldline zusammenarbeitet. Der Datenverlust sei bisher nicht bekanntgewesen und werde nun geprüft, sagte ein Bank-Sprecher.
(apa/red)

13.12.2008 08:46