Bergbaukonzern Rio Tinto auf Sparkurs:
Firma will weltweit 14.000 Jobs streichen
- Stelllenabbau kostet zunächst 400 Mio. US-Dollar
- Langfristig Einsparungen von 1,2 Mrd. Dollar erwartet

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto reagiert mit einem harten Sparkurs auf den Verfall der Rohstoffpreise und den weltweiten Konjunkturabschwung. Das Unternehmen plant massive Stellenstreichungen, eine deutliche Reduzierung der Investitionen sowie Verkäufe von Unternehmensteilen. Wie der Bergbaukonzern mitteilte, sollen weltweit 14.000 Jobs gestrichen werden.
Betroffen sind 8.500 der 15.000 Zeitarbeiter und 5.500 der 97.000 Festangestellten. Der Abbau der Arbeitsplätze kostet Rio Tinto nach eigenen Angaben zunächst rund 400 Mio. US-Dollar, soll langfristig aber Einsparungen von 1,2 Mrd. Dollar pro Jahr bringen.
Investitionen gekürzt um 5Mrd. gekürzt
Die Investitionen für das kommende Jahr werden um 5 Mrd. auf 4 Mrd. Dollar zusammengestrichen. Zudem stellt Rio Tinto weitere Unternehmensteile zum Verkauf, um an Bargeld zu kommen. Bisher hatte das Unternehmen bekanntgegeben, Beteiligungen im Wert von 15 Mrd. Dollar zu veräußern.
Der Konzern will seine Schulden um 10 Mrd. Dollar bis Ende 2009 senken. Das Unternehmen sitzt nach eigenen Angaben auf einem Schuldenberg von 38,9 Mrd. Dollar per Ende Oktober. Insbesondere für die 38,1 Mrd. Dollar teure Übernahme des kanadischen Aluminiumherstellers Alcan im Juli 2007 musste Rio Tinto massiv Kredite aufnehmen.
Weltgrößter Aluminium- und Bauxit-Produzent
Trotz der Einschnitte will der Bergbaukonzern seinen Aktionären für dieses Jahr wie 2007 eine Dividende von 1,36 US-Dollar zahlen. Papiere von Rio Tinto legten in London kräftig zu.
Rio Tinto gilt seit der Alcan-Übernahme als der weltgrößte Aluminium- und Bauxit-Produzent. Die Aluminium-Preise haben sich zuletzt halbiert. Weitere Geschäftsfelder sind Kupfer, Diamanten, Kohle, Uran und Gold. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete Rio Tinto einen Überschuss von 7,3 Mrd. Dollar, der Umsatz lag bei 29,7 Mrd. Dollar. (apa/red)

