Die Krise hat Real Madrid fest im Griff:
Die Königlichen verlieren 3:4 gegen Sevilla
- Madrid verlieren 2. Spiel in Folge und verlieren Boden
- Mahamadou Diarra wird bis Saisonende ausfallen

·Henry-Festspiele bei
Barcelona vs. Valencia
Franzose trifft bei Barcas
4:0 dreimal ins Eckige
·Tabelle: Primera Division 2011/2012
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Bernd Schuster hat schon vor dem großen Aufeinandertreffen von Real Madrid mit dem FC Barcelona das Handtuch geworfen. Ungewohnt deutliche Worte fand der Ex-Coach des nach dem 3:4 gegen den FC Sevilla mehr denn je angeschlagenen spanischen Meisters, um die Ausgangslage vor dem "El Clasico" am kommenden Samstag in Barcelona zu skizzieren. "Es ist unmöglich, dort zu gewinnen", erklärte Schuster zur Verwunderung der Fans.
Nach der Pleite vor heimischer Kulisse, der dritten Niederlage in den vergangenen vier Spielen, muss der regierende Champion derzeit schweren Herzens die Hochform des Erzrivalen anerkennen. "Sie sind vernichtend. Ich denke, das wird ihr Jahr", meinte Schuster über den beim 4:0 gegen Valencia überragenden spanischen Spitzenreiter, der in der Primera Division mit Angriffsfußball und mehr als drei Toren pro Spiel begeistert. Die lange Jahre als die "Galaktischen" gefeierten Madrilenen befinden sich vor dem Klassiker im Camp Nou hingegen so deutlich wie selten zuvor im Hintertreffen.
Neben anhaltenden Verletzungssorgen schwächte sich Real vor dem Trip nach Barcelona auch noch mit einer Undiszipliniertheit von Arjen Robben, der nach Schiedsrichterkritik Gelb-Rot sah. "Wir wollen eine gute Show abliefern. Mehr wird für uns nicht drinnen sein", meinte der im Sommer als Meistermacher gefeierte, inzwischen aber bereits gefeuerte Schuster. Die Zeitung "El Pais" hatte dem Trainer vorgehalten, vorzeitig zu kapitulieren: "Auch wenn Schuster Barca für haushoch überlegen hält, ist es unverantwortlich, dies in aller Öffentlichkeit zu sagen."
"Real ist ein kaputter Verein"
Neben dem Deutschen standen bei den Fans der mit neun Zählern Rückstand auf die "Blaugrana" auf Platz fünf rangierenden Königlichen auch Präsident Ramon Calderon und Sportdirektor Predrag Mijatovic in heftiger Kritik. Bei der Madrider Hauptversammlung im Kongress-Palast wurde das Duo von wütenden Club-Mitgliedern dafür gerügt, keine Top-Spieler verpflichtet zu haben.
Calderon erhielt zwar eine knappe Mehrheit für sein Budget, aber das Treffen wurde von heftigen Tumulten überschattet. Radikale Fans der berüchtigten Ultras Sur schrien Calderon-Gegner nieder, zahlreiche Delegierte sprachen von Manipulation und verlangten den Rücktritt des Präsidenten. "Das Budget ist gerettet, aber die Mitgliedschaft gespalten", meinte die Zeitung "El Mundo" und selbst das Madrider Sportblatt "Marca" zog Fazit: "Real ist ein kaputter Verein."
Diarra fällt bis Saisonende aus
Zu allem Überfluss wird nach dem Torjäger Ruud van Nistelrooy nun auch Mittelfeldspieler Mahamadou Diarra dem spanischen Fußball-Meister bis zum Saisonende fehlen. Wie der Club mitteilte, wurde der Kicker aus Mali am rechten Knie operiert. Dabei stellten die Ärzte fest, dass die Verletzung gravierender ist als ursprünglich angenommen.
Der 27-Jährige leide nicht nur an einem Meniskusriss, es seien auch andere Bereiche des Kniegelenks in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben der Vereinsärzte werde es sechs bis neun Monate dauern, bis Diarra wieder eingesetzt werden kann.
(apa/red)
