Dienstag, 9. Dezember 2008

Champions League-Achtelfinalzug fährt ab:
Panathinaikos, Chelsea & Co um Restplätze

  • Ivanschitz hofft mit Athen auf Punkt vs. Famagusta
  • Athletico und Liverpool ringen um Sieg der Gruppe D

In der Fußball-Champions-League werden heute die letzten 3 der 16 Tickets für das Achtelfinale vergeben. Während AS Roma, Chelsea und Girondins Bordeaux in Gruppe A um die zwei Aufstiegsplätze kämpfen, geht es in Pool B im direkten Duell zwischen Panathinaikos und Anorthosis Famagusta in Athen um den Sprung in die Runde der letzten 16.

Ob Andreas Ivanschitz bei den Griechen, denen gegen den Rapid-Bezwinger vor eigenem Publikum ein Punkt reichen würde, mit von der Partie ist, scheint fraglich. Zuletzt wurde der ÖFB-Teamkapitän beim 2:1-Auswärtssieg am Samstag gegen den Gspurning-Club Skoda Xanthi von Trainer Henk ten Cate nicht für den Kader nominiert. "Ich weiß auch nicht, warum. Er hat mir keinen Grund gesagt", meinte der Burgenländer. "Aber das beunruhigt mich nicht, weil ich die zwei Meisterschaftsspiele davor von Beginn an gespielt und auch sehr gut gespielt habe", erklärte Ivanschitz, der in den bisherigen fünf Spielen in der "Königsklasse" dreimal eingewechselt wurde, es auf 116 Einsatz-Minuten brachte und erst am Spieltag erfährt, ob er im Aufgebot steht.

Trotz des ständigen Pendelns zwischen Spielfeld, Ersatzbank und Tribüne steht für den Burgenländer ein Vereinswechsel im Winter nach eigenen Angaben nicht zur Debatte. "Ich bin hier nicht unzufrieden. Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich versuchen, sie zu nützen."

Ivanschitz optimistisch
Für die Partie gegen das zypriotische Sensations-Team zeigte sich Ivanschitz optimistisch. "Die Mannschaft weiß, welche große Chance sie hat. Durch die zwei wichtigen Auswärtssiege gegen Bremen und Inter haben wir uns diese Chance erarbeitet, und die wollen wir nützen." Dennoch hat der 25-Jährige auch aufgrund der 1:3-Niederlage seines seit vier Champions-League-Heimspielen sieglosen Clubs auf Zypern Respekt vor Anorthosis. "Das ist eine gute Mannschaft, die auch das nötige Glück hat. Doch ihre Erfolge nur auf Glück zurückzuführen, wäre zu einfach, das muss man sich erst erarbeiten."

Allerdings hat der zypriotische Meister im Moment mit einigen Problemen zu kämpfen. Gegen den Vereinschef Andreas Panteli laufen Ermittlungen wegen angeblicher Unterschlagung, außerdem setzte es zuletzt in der Meisterschaft ein 0:1 gegen APOEL Nikosia und damit einen Rückfall in der Tabelle auf Platz drei. In diesem Match erlitt der brasilianische Anorthosis-Star Savio eine Knieverletzung und ist für das Entscheidungsspiel ebenso wie die beiden Goalies Arian Begaj und Zoltan Nagy fraglich.

Bremen ersatzgeschwächt
Im Parallelspiel in Bremen benötigt der bereits fix aufgestiegene italienische Meister Inter Mailand gegen Werder wohl einen vollen Erfolg für den Gruppensieg, die seit sechs CL-Spielen sieglosen Deutschen könnten mit drei Punkten gegen Inter noch in den UEFA-Cup kommen.
Bremen-Coach Thomas Schaaf muss allerdings einige Schlüsselspieler vorgeben. Dem Torjäger Hugo Almeida stehen sogar gleich mehrere Wochen Pause bevor. Untersuchungen haben ergeben, dass sich der Stürmer den Wirbelfortsatz angebrochen hat. "Es hat sich bestätigt, was wir befürchtet hatten", sagte dazu Schaaf.

Neben Almeida musste der Chef der beiden Österreicher Sebastian Prödl und Martin Harnik gegen die Italiener auch auf die beiden Brasilianer Diego (gesperrt) und Naldo (Fußverletzung) sicher verzichten, außerdem war der Einsatz von Kapitän Frank Baumann (Wadenprobleme) fraglich.

Roma kämpft noch um den Aufstieg
In Gruppe A möchte AS Roma den jüngsten Aufwärtstrend mit dem Achtelfinal-Aufstieg krönen. "Wir wollen gewinnen und die Gruppe als Erster beenden", sagte Stürmer Jeremy Menez, der zuletzt das 1:0-Siegestor gegen Chievo Verona erzielt hatte, vor dem Heimspiel gegen Bordeaux. Allein schon die Statistik spricht klar für die Italiener, denen ein Remis reichen würde: Vor eigenem Publikum sind die Römer gegen französische Teams noch ungeschlagen, außerdem hat Girondins in sechs Auftritten in Italien noch nie gewonnen. Sollte die Partie mit einem Unentschieden oder einem Roma-Erfolg enden, wäre auch Chelsea unabhängig vom Resultat des Heimspiels gegen Cluj im Achtelfinale.

Alles entschieden ist bereits in Pool C, wo es für Gruppensieger FC Barcelona nur noch darum geht, daheim gegen den künftigen UEFA-Cup-Teilnehmer Schachtjor Donezk den eigenen CL-Rekord von 19 Treffern in der Gruppenphase zu überbieten. Derzeit halten die Katalanen, die zahlreiche Stars wie Messi, Henry, Alves, Xavi oder Puyol schonen, bei 16 Toren. Im zweiten Gruppenspiel empfängt der Gruppen-Letzte FC Basel den zweiten Aufsteiger Sporting Lissabon.

Athletico und Liverpool ringen um Gruppensieg
In Gruppe D liefern einander die fix aufgestiegenen und punktegleichen Atletico Madrid (auswärts gegen Olympique Marseille) und Liverpool (in Eindhoven) ein Fernduell um den Pool-Sieg. Entschieden wird es aufgrund zweier 1:1 in den direkten Aufeinandertreffen durch die Tordifferenz, wobei die Spanier derzeit um einen Treffer die Nase vorn haben.

Der Auftritt der Madrilenen in Marseille droht zu einem Hochrisiko-Spiel zu werden. Die Partie wird von Morddrohungen überschattet, die radikale französische Fans nach der Verurteilung eines Olympique-Anhängers durch ein Madrider Gericht an die Spanier gerichtet hatten. Atletico riet seinen Fans dringend davon ab, zum Spiel nach Marseille zu reisen, die Madrider Spieler werden sich aus Sicherheitsgründen erst wenige Stunden vor dem Anpfiff auf den Weg in die französische Hafenstadt machen.

Olympique hadert mit Gerichtsurteil
Ein Gericht in der spanischen Hauptstadt hatte vergangene Woche einen Olympique-Anhänger zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er bei Ausschreitungen einen Polizisten angegriffen und verletzt hatte. "Warum nur hat die spanische Justiz dieses Urteil vor dem Spiel beider Team gefällt und nicht ein paar Tage gewartet?", fragte sich Olympique-Clubchef Pape Diouf. "Das Urteil entfacht die Wut unserer Anhänger aufs Neue." Marseille-Trainer Eric Gerets sagte besorgt: "Ich habe Angst vor dem, was passieren kann. Ich fürchte, dass die Partie ein böses Ende für uns nehmen kann. Wenn es Ausschreitungen gibt, werden wir teuer dafür bezahlen."

Atletico war wegen der Ausschreitungen beim Hinrundenspiel gegen Olympique am 1. Oktober (2:1) vom Internationalen Sportgerichtshof CAS dazu verurteilt worden, sein Champions-League-Spiel gegen den PSV Eindhoven (2:1) vor leeren Rängen auszutragen.
(apa/red)

9.12.2008 13:55