Wegen Sicherheitsbedenken: Der Slalom
der Herren in Val d'Isere wurde abgesagt
- Heftige Windböen & Schneeverwehungen der Grund
- Rennen wahrscheinlich in Alta Badia nachgetragen

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Die Veranstalter von Ski-Rennen in Val d'Isere haben immer wieder mit schwierigen Schnee- und Wind-Verhältnissen zu kämpfen. War an den ersten beiden Tagen der WM-Generalprobe der alpinen Skiherren mit Super-Kombination und Riesentorlauf noch alles mehr oder weniger planmäßig verlaufen, so musste ausgerechnet der Slalom abgesagt werden. Starke Windböen stellten ein Sicherheitsrisiko für Läufer und Zuschauer dar. Der Torlauf wird voraussichtlich am 22. Dezember in Alta Badia nachgetragen, offiziell bestätigt soll der Termin am Dienstagabend im Team Captains Meeting in Gröden werden.
Toni Giger hatte die Situation bereits eine Stunde vor Rennbeginn am Start beobachtet. "Es waren kurze Phasen, da wäre es denkbar gewesen, dass ein Läufer fährt, aber zu 90 Prozent hatte man überhaupt keine Chance wegen des Sturmes", erzählte der Cheftrainer der österreichischen Skiherren. Die Piste sei aber in einem sehr gutem Zustand gewesen, da habe man sehr gut gearbeitet. "Aber wenn der starke Wind den Schnee so aufwirbelt, dann hast du überhaupt keine Sicht und keine Chance mehr. Da ist es unmöglich, an ein Rennen zu denken", ging für Giger die Absage voll in Ordnung. FIS-Renndirektor Hujara meinte: "Sicherheit ist unser oberstes Gebot. Und da die Vorhersage lautete, dass Wind und Schneefall mehr werden, haben wir die Entscheidung früh getroffen."
Breite Zustimmung
Zustimmung fand die Entscheidung auch unter den rot-weiß-roten Rennläufern. "Beim Besichtigen wäre es gegangen, aber dann ist der Wind stärker geworden. Es geht nicht einmal mehr der Lift", stellte der Pitztaler Benjamin Raich fest. "Sicher ist es schade, dass abgesagt wurde, aber wenn es so schlecht ist, dann will man auch nicht fahren. Ich will aber Rennen fahren, dafür bin ich da, also gibt es nichts Positives an der Absage. Aber wie gesagt, wenn solche Verhältnisse sind, dann mag man nicht."
Dass ein Slalom abgesagt wird, kommt in der Erinnerung von Raich selten vor, ihm fiel spontan ein Slalom in Veysonnaz (Jänner 1998 wegen zu viel Neuschnee) ein und einer bei österreichischen Meisterschaften wegen Nebels. Die letzten Herren-Slaloms, die im Weltcup ausfallen mussten, waren im Jänner 2007 in Wengen (die Super-Kombination mit nur einem Slalom-Durchgang wurde vorgezogen, weil die Piste keine zwei Läufe getragene hätte) und im November 2007 in Levi wegen Schneemangels (Nachtrag auf Reiteralm).
Raich wird sich nun zu Hause auf den Super-G in Gröden vorbereiten (er lässt die Abfahrt aus), Mario Matt legt ein paar Tage Pause ein und reist dann zu den Technik-Rennen nach Alta Badia an. Matt war nach der Absage auch durch den Slalomkurs, der weiter gesteckt war als jener in der Kombination, gefahren. "Die Läufer, die noch oben im Restaurant waren, haben es probiert, auch ein paar Schweden hab' ich gesehen. Aber das sind mehr so Spielereien, das darf man nicht überbewerten. Bei den Verhältnissen fährst du zehn Tore und musst wieder stehen, weil du nichts mehr siehst", merkte Giger an.
Hartes Los für Spezialisten
Während Raich und Matt in Val d'Isere aber mehr oder weniger erfolgreiche Renneinsätze hatten, traf die Slalom-Absage die extra für Sonntag ins französische Alpendorf angereisten Slalomspezialisten Reinfried Herbst, Manfred Pranger und Wolfgang Hörl besonders hart. "Bei so einem Wetter muss man die Absage akzeptieren. Man trainiert den ganzen Sommer, und wenn dann von den paar Rennen noch eines abgesagt wird, dann ist das schon bitter. Wenn ich das gewusst hätte, dass für mich der Weltcup erst im Jänner losgeht, hätte ich erst im August zu trainieren anfangen brauchen", scherzte der Salzburger Herbst, der im bisher einzigen Saison-Slalom in Levi ausgeschieden war.
Die Absage sei aber gerechtfertigt, so hätte zuletzt auch der Damen-Slalom in Aspen eigentlich nicht gefahren werden dürfen. "Das ist nicht mehr fair, da rückt das Sportliche in den Hintergrund, nur damit man ein Rennen durchbringt. Wenn sich einer wehtut, das zahlt sich nie aus", weiß Herbst. Er werde nun versuchen, sich mit FIS- und Europacup-Rennen "ein bisserl über Wasser zu halten", Starts in Obereggen und Pozza di Fassa sind geplant. "Für uns Slalomfahrer ist es schon schwierig, in einen Rennrhythmus reinzukommen." Erst vergangenen Freitag musste er in St. Virgil nach der Absage des Europacup-Slaloms nach der Besichtigung abreisen. Etwas Gutes hatte der rennfreie Sonntag dennoch: Herbst hoffte, rechtzeitig nach Hause zu kommen, um seinen Sohn Felix am 1. Geburtstag noch vor dem Schlafengehen zu sehen.
(apa/red)
