Mittwoch, 10. Dezember 2008

Zwei Medaillenhoffnungsn namens Jukic:
Geschwister bei Kurzbahn-EM mit Chancen

  • Mirna Jukic bei 100 und 200 m Brust in der Weltspitze
  • Dinko hat Erwartungen über 200 und 400 m Lagen

Österreichs Schwimm-Team geht mit zwei absoluten Medaillen-Kandidaten in die Kurzbahn-Europameisterschaften bis Sonntag in Rijeka - die Geschwister Jukic. Die 22-Jährige Mirna ist über 100 und 200 m Brust im absoluten Vorderfeld zu erwarten und könnte im Brust-Sprint wie schon mit Langbahn-EM-Bronze im März wieder überraschen. Für den 19-jährigen Dinko sieht es vor allem über 200 m Delfin ausgezeichnet aus, auch über 200 m und 400 m Lagen ist er Medaillenanwärter.

Für den Rest des österreichischen Teams wird es schwierig, in die Medaillenränge zu kommen. Das gilt auch für Fabienne Nadarajah, bei ihren vergangenen vier Kurzbahn-EM-Teilnahmen jeweils mit Bronze dekoriert. Auf ihrer eigentlichen Parade-Disziplin 50 m Delfin hat die 23-Jährige nicht so viel trainiert, um eine ernste Podestanwärterin zu sein, über 50 m Rücken aber schon eher. Allerdings braucht es wegen sehr starker Konkurrenz eine Ausnahmeleistung der Wienerin, um ihren Vorjahres-Coup zu wiederholen.

Birgit Koschischek lässt hoffen
Ihren bisher besten Auftritt bei Großereignissen sollte Birgit Koschischek abliefern. Die 21-Jährige machte zuletzt einen großen Sprung und geht als Fünftbeste der seit Anfang August laufenden europäischen Kurzbahn-Saison-Rangliste in die Konkurrenz über 100 m Delfin. Die SU-Eisenstadt-Athletin wurde wie ihr Clubkollege Sebastian Stoss in der vergangenen Woche von Landeshauptmann Hans Niessl mit der burgenländischen Ehrenauszeichnung in Silber für "Verdienste um den Sport" ausgezeichnet.

Ruft Stoss über 200 m Rücken sein Potenzial ab, ist wie im Vorjahr Rang sechs oder gar ein besserer Platz möglich. Jedenfalls fehlt ja diesmal sein Landsmann und Titelverteidiger Markus Rogan. Final-Einzüge sind auch Dominik Koll über 200 m Kraul sowie Jördis Steinegger zuzutrauen. Die 25-Jährige hat das Zeug, sowohl über 400 m Lagen und 400 m Kraul als auch über 800 m Kraul in die Top Acht zu kommen. Kleine Finalchancen hat noch Nina Dittrich, ansonsten geht es um OSV-Platzierungen im Semifinal-Bereich.

Aus internationaler Sicht haben mehr als 500 Athleten aus 40 Nationen für die Titelkämpfe genannt. Neun Olympiasieger sind dabei, in exakt der Hälfte der 34 Bewerbe sind die Titelverteidiger aber nicht am Start. Das liegt auch an etlichen nach Olympia vollzogenen Rücktritten, wovon besonders die Deutschen und Ukrainer betroffen sind. Es handelt sich u.a. um Jana Klotschkowa und Oleg Lisogor bzw. um Antje Buschschulte und Anne Poleska. Mit der Schwedin Anna-Karin Kammerling ging eine weitere Große.

Viele internationale Asse verzichten auf Teilnahme
Andere Asse wie die Doppel-Olympiasiegerinnen Britta Steffen aus Deutschland und Rebecca Adlington aus Großbritannien haben auf ein Antreten verzichtet, Laszlo Cseh wiederum wird nur auf Rogans neuen Strecken 50 und 100 m Rücken am Start stehen. Das bedeutet, dass der Ungar auf Dinko Jukic' drei Distanzen fehlen wird, auf denen er bei den Spielen in Peking jeweils eine Medaille geholt hat. Das erhöht die Chancen des Wieners auf absolute Spitzenplätze.

Seine Schwester hat auf den Brust-Strecken mit Walentina Artemjewa eine neue starke Konkurrentin aus Russland. Während Julia Jefimowa nach Olympia nicht mehr in Erscheinung getreten ist, führt die 22-jährige Artemjewa über 50 und 100 m Brust die Europa-Saisonrangliste klar an. Lediglich über 200 m Brust dürfte sie Defizite haben, wenn auch nur leichte. Freilich sind Mirna und Dinko Jukic in ihrer früheren Heimat topmotiviert, und wollen das Maximum aus ihren Möglichkeiten herausholen. Und das ist viel.
(apa/red)

10.12.2008 17:35