Am Ende scheitert alles an den Finanzen:
UNO-Weltklimagipfel in Polen ohne Einigung
- Keine Aufstockung des Fonds für ärmere Länder
- Greenpeace: "War nicht einmal ein Fortschrittchen"

·Depression bei
den Umweltaktivisten
Große Enttäuschung trotz geringer Erwartungen
·EU hofft beim Klima-
schutz auf Obama
Ambitionierte Ziele des neuen US-Präsidenten
·UNO-Klimakonferenz bleibt ohne Ergebnisse
Nur technische Details konnten geklärt werden
·EU-Reformvertrag: Ausweg gefunden
Zugeständnis an Irland: Ein Kommissar pro Land
Die UNO-Weltklimakonferenz in Posen ist nach zwei Wochen in der Frage nach mehr Geld für ärmere Länder gescheitert. Die Vertreter der rund 190 Staaten konnten sich nicht darauf verständigen, ob und wie die bisherigen Mittel für einen Fonds zur Anpassung an den Klimawandel aufgestockt werden. Die Entwicklungsländer erhielten jedoch ein größeres Mitspracherecht für den Fonds.
Bei der Klimakonferenz von Kopenhagen Ende 2009 soll ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Abkommen unter Dach und Fach kommen. Als einen Kernpunkt von Posen vereinbarten die Staaten einen Zeit-und Arbeitsplan auf dem Weg dorthin.
Mehrere Länder wie Indien, Gabun und die Malediven zeigten sich empört, dass der Fonds zur Anpassung der ärmeren Staaten an den Klimawandel nicht aufgestockt wurde. Beim Kampf gegen die Zerstörung der Wälder gab es keine Fortschritte. Die EU machte deutlich, dass sie den Waldschutz vorantreiben will.
EU-Umweltkommissar Dimas sprach von einem Erfolg. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hält das Ergebnis dagegen für bitter enttäuschend. "Das war nicht einmal ein Fortschrittchen für den Klimaschutz", sagte Greenpeace-Klimaexperte Tobias Münchmeyer.
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Freitag in Brüssel auf ein umfangreiches Klimapaket geeinigt. Dimas forderte weitere Anstrengungen der Europäer. Die EU will 30 Prozent des Treibhausgasausstoßes bis 2020 im Vergleich zu 1990 senken, wenn die Klimakonferenz in Kopenhagen erfolgreich ist.
Friedensnobelpreisträger Al Gore mahnte zum Handeln. "Wir müssen die Lähmung überwinden", sagte der ehemalige US-Vizepräsident. Der österreichische Umweltminister Berlakovich verwies auf die Vorreiterrolle Europas. Im Gegensatz zu den anderen Industrieländern habe die EU bereits konkrete Reduktionsziele formuliert, betonte er.
(apa/red)
