Samstag, 13. Dezember 2008

Somalische Piraten geben Tanker frei:
"MT Action" unterwegs in sichere Gewässer

  • Schicksal von drei Crew-Mitgliedern aber ungewiss
  • Derzeit noch mindetens 14 Schiffe in Hand der Piraten

Somalische Piraten haben einen im Oktober entführten griechischen Chemietanker freigegeben, drei Besatzungsmitglieder sind aber womöglich ums Leben gekommen. Die "MT Action" sei nicht mehr in der Hand von Piraten, erklärte der Leiter der kenianischen Abteilung des ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsprogramms. Er befürchte, "drei Besatzungsmitglieder starben unter fragwürdigen Umständen".

Der Seefahrer-Hilfsprogramm-Leiter äußerte sich auch nicht zu möglichen Lösegeldzahlungen. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff sei auf dem Weg in sichere Gewässer. Die Seeräuber hatten es am 10. Oktober im Golf von Aden gekapert. Dort hat unterdessen die indische Marine nach eigenen Angaben 23 Piraten festgenommen. Seeräuber hätten ein Handelsschiff bedroht, es habe sich um Männer aus Somalia und dem Jemen gehandelt, hieß es.

Somalische Piraten haben derzeit noch mindestens 14 ausländische Schiffe mit mehr als 300 Crewmitgliedern an Bord in ihrer Gewalt. Darunter sind auch ein mit Waffen beladener ukrainischer Frachter und der saudiarabische Supertanker "Sirius Star".

Landstützpunkte angreifen
US-Verteidigungsminister Gates hat sich unterdessen für Angriffe auf die Sammelpunkte somalischer Piraten an Land ausgesprochen. Dazu müssten die Verbündeten im Kampf gegen die Piraterie geheimdienstliche Informationen austauschen, sagte Gates bei einem Besuch im Golfstaat Bahrain. Wenn die genauen Stützpunkte bekannt seien, könnten dann gezielte Angriffe erfolgen.

Bis dahin aber müssten die Schifffahrtsgesellschaften Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Dazu gehören laut Gates eine rapide Beschleunigung, wenn Piraten gesichtet werden, sowie das Einziehen der Schiffsleitern. Die US-Marine hat sich am Freitag skeptisch über etwaige Angriffe auf Piraten an Land geäußert.

(apa/red)

13.12.2008 14:43