Fluss Tiber ist doch nicht über die Ufer getreten: Stadt Rom kann wieder aufatmen
- "Lage hat sich stabilisiert, wir können beruhigt sein"
- Fotografierender Ire bei Sturz in den Tiber ertrunken

·Tiber droht nun Rom zu überschwemmen
Führt mehr Wasser als in den letzten vierzig Jahren
Rom hat eine lange Nacht erlebt. Die Behörden und Tausende von Schaulustigen verbrachten die Nacht entlang des Tibers, der laut Expertenangaben in einigen Stadtvierteln über die Ufer hätte treten können. Mehrere Brücken der Stadt wurden vorsichtshalber gesperrt, doch die befürchteten Überschwemmungen blieben aus. Kein Evakuierungsplan für die gefährdeten Stadtviertel im Norden der italienischen Hauptstadt musste umgesetzt werden.
"Die Lage hat sich stabilisiert, wir können beruhigt sein", kommentierte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno, der die ganze Nacht die Situation am Fluss verfolgte. Er rief die Römer auf, sich nicht entlang des Tiber-Ufers aufzuhalten, um zu fotografieren: "Das ist keine Show." Hunderte von Schaulustigen versammelten sich auf den Brücken der Innenstadt, um den Fluss zu sehen, der seit 40 Jahren nicht mehr so viel Wasser geführt hat wie jetzt.
Ein 27-jähriger Ire, der mit einigen Freunden entlang des Tiber-Ufers das bedrohliche Wasser fotografieren wollte, stürzte in den Fluss und ertrank. Vergebens versuchten seine Freunde, ihn zu retten. Die Überschwemmungen belasteten auch den nördlichen Teil der Region Latium und Umbrien. Die Behörden sprachen von Schäden in Millionenhöhe.
Seit Tagen halten schwere Regenfälle ganz Italien in Atem, im Norden gibt es auch Schneestürme. In Süditalien sorgten die heftigen Regenfälle für chaotische Zustände. In Neapel musste ein Gebäude wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Im Seriana-Tal in der Lombardei waren die 600 Einwohner einer kleinen Berggemeinde wegen eines Erdrutsches vom Rest der Welt isoliert. Die Wetterlage dürfte sich wieder auflockern, doch eine weitere Schlecht-Wetterfront wird bereits am Sonntag erwartet.
(apa/red)
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