Dienstag, 9. Dezember 2008

Häufigste Todesursache unter 19: Jedes Jahr sterben 830.000 Kinder bei Unfällen

  • Deutlich höheres Risiko in benachteiligten Schichten

Weltweit sterben jährlich rund 830.000 Kinder bei Unfällen. Wie eine nun veröffentlichte gemeinsame Studie des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergab, kommen pro Jahr weltweit allein 260.000 Menschen bis 19 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben. Rund 175.000 Kinder ertrinken. Entscheidend sei bei den Opfern vor allem der soziale Faktor, sagte eine WHO-Sprecherin. "Egal ob in Entwicklungs- oder Industrieländern, Kinder aus sozial benachteiligten Schichten haben das größte Risiko, Opfer von Unfällen zu werden."

Der UNO-Studie zufolge werden außerdem 96.000 Kinder Opfer von Verbrennungen. Rund 46.000 sterben bei Stürzen, 45.000 an Vergiftungen. Mit 20 von 1.000 Todesopfern hat Afrika die meisten Verkehrstoten. In Südostasien und der Region um den Westpazifik ertrinken die meisten Kinder. Die meisten Verbrennungsopfer, im Gegensatz zu anderen Unfällen vor allem Mädchen und Frauen, haben Südostasien und der Nahe Osten zu beklagen.

Lange Zeit sei die Zahl getöteter Kinder durch Unfälle als ein Preis für Entwicklung betrachtet worden. "Diese Frage der öffentlichen Gesundheit ist nun neu, da bisher immer Themen wie Infektionskrankheiten und Unterernährung dominierten", sagte eine WHO-Sprecherin. Lösungsansätze müssten nun alle Beteiligten einbeziehen, sowohl die Gesundheitsministerien als auch andere Ministerien der einzelnen Länder sowie die Kinder selbst, hieß es bei UNICEF. So helfe bereits ein in Rauchmelder investierter US-Dollar (0,779 Euro), 65 Dollar (50,6 Euro) der Folgekosten zu sparen. Für einen US-Dollar, der in Fahrradhelme für Kinder investiert werde, könnten 29 Dollar (22,6 Euro) gespart werden.

(apa)

9.12.2008 19:58