Montag, 8. Dezember 2008

Thailand vor dem politischen Umbruch? Opposition arbeitet an Regierungswechsel

  • Chef der Demokraten soll Ministerpräsident werden
  • Einige Regierungsgruppierungen bereits übergelaufen

In Thailand bahnt sich nach den tagelangen Flughafenblockaden und dem vom Verfassungsgericht erzwungenen Rücktritt der bisherigen Regierung ein politischer Umbruch an: Die Opposition arbeitet mit Hochdruck an einem Regierungswechsel. Die Demokratische Partei will eine Parlamentssitzung beantragen, in der ihr Vorsitzender Abhisit Vejjajiva zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll.

Ein hochrangiger Vertreter der Demokratischen Partei (DP) sagte, dass der 44-jährige Abhisit als Kandidat eines Oppositionsbündnisses vorgestellt werde. Die Fünf-Parteien-Koalition hat nach Angaben der Demokraten die Unterstützung von 260 der 400 Parlamentsabgeordneten. Das Bündnis werde auch von Abgeordneten der Koalition des abgesetzten Regierungschefs Somchai Wongsawat unterstützt. DP-Generalsekretär Suthep Thaugsuban sagte auf einer Pressekonferenz, die Verhandlungen mit anderen Parteien seien reibungslos verlaufen, weil jeder erkannt habe, dass die Zukunft des Landes auf dem Spiel stehe.

Oppositionspartei
Die Demokratische Partei ist die größte Oppositionspartei in Thailand. Sie hatte nach eigenen Angaben durch Verhandlungen mit kleineren Gruppierungen am Wochenende Regierungsstärke erlangt. Demnach seien aus dem Bündnis des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Somchai kleinere Parteien bereit, in das Lager der Demokratischen Partei überzulaufen.

Die Abstimmung über eine neue Regierung muss innerhalb der nächsten 30 Tage erfolgen. Diese musste allerdings wegen der Erkrankung von König Bhumibol Adulyadej verschoben werden.

(apa/red)

8.12.2008 11:42