Dienstag, 9. Dezember 2008

Österreich schnallt Spendierhosen enger:
Spender und Beiträge deutlich gesunken

  • 64% der Bevölkerung gibt im Schnitt 84 Euro aus
  • Künftige Gefährdung von Hilfsprojekten prognstiziert

Die Österreicher sind beim Spenden heuer knausriger. Das ergab eine Umfrage des Linzer Instituts "Public Opinion". In den vergangenen zwölf Monaten haben demnach 64 Prozent der Österreicher Geld für einen guten Zweck gegeben, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 68 Prozent. Im Durchschnitt machten die Österreicher 82 Euro locker, das sind um vier Euro weniger als 2007.

Public Opinion hat im Oktober und November 1.004 Österreicher in persönlichen Interviews befragt. Besonders deutlich ist der Rückgang der Spender bei den 16- bis 29-Jährigen (minus neun Prozent) und bei den über 50-Jährigen (minus acht Prozent). Bei Personen mit einfacher und mittlerer Bildung hat die Spendenfreudigkeit wesentlich mehr nachgelassen als bei Befragten mit Matura- bzw. Hochschulabschluss, hier ist sogar ein leichter Anstieg von 71 auf 73 Prozent erkennbar.

Hilfsprojekte künftig gefährdet?
Die Österreicher unterstützen am liebsten Organisationen, die ein klares Profil an den Tag legen. Günstig wirken sich Spendengütesiegel aus. Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahre, so ist der Kuchen eindeutig kleiner geworden. Im Jahr 2000 spendeten die Österreicher noch deutlich mehr, nämlich im Durchschnitt 95 Euro. Damit erscheine - trotz aller Kreativität der sammelnden Organisationen bei der Akquirierung von Mitteln - eine Weiterführung bisher durchgeführter Hilfsprojekte im gewohnten Ausmaß infrage gestellt, prognostiziert Public Opinion. (apa/red)

9.12.2008 14:56