Montag, 8. Dezember 2008

Gute Startposition für Neo-Minister Stöger: Rückenwind der Ärztekammer zu erwarten

  • Dorner: "Er weiß, was Ärzte und Patienten brauchen"
  • Setz sich "wohltuend" von Vorgängerin Kdolsky ab

Von Seiten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK ) hat der neue Gesundheitsminister Alois Stöger derzeit sprichwörtlichen Rückenwind zu erwarten. "Man merkt, dass er aus dem solidarischen Prinzip der sozialen Krankenkassen kommt. Er weiß, was die Patienten brauchen, er weiß, was die Vertragspartner (Ärzte etc., Anm.) brauchen", sagte ÖÄK-Präsident Walter Dorner.

Stöger setze sich "wohltuend" von seiner Vorgängerin Kdolsky ab, fügte Dorner hinzu. Die Atmosphäre zwischen Standesvertretung der Ärzte und dem neuen Ressortchef ist offenbar gut. Dorner: "Minister Stöger war am Freitag zu einem Besuch in der Österreichischen Ärztekammer. Er hat damit eine Tradition fortgesetzt, die es seit Ministerin Eleonore Hostasch nicht mehr gegeben hat. Das war eine wohltuende Abweichung von allem, was wir in den vergangenen eineinhalb Jahren gehabt haben. Ich bin guter Dinge - vor allem, weil wir eine gemeinsame Sprache sprechen."

Enge Zusammenarbeit
Während der Ressortchef bereits nach ersten Interviews mit Kritik von Wirtschaftskammerpräsident Leitl und BZÖ-Generalsekretär Strutz konfrontiert war, setzt die ÖÄK auf eine möglichst enge Zusammenarbeit. Der Präsident der Standesvertretung der Ärzte: "Wir haben auf alle Fälle ein 'Kurz-Telefon' zwischen uns und ihm vereinbart. Wir wollen auf diesem kurzem Weg jederzeit Dinge besprechen können, bevor es zur Katastrophe kommt."

Man hätte natürlich auch über Möglichkeiten gesprochen, mehr Geld für die Krankenversicherungen bereitzustellen. Dorner: "Die Verbreiterung der Beitragsgrundlage für die Krankenversicherungen ist ja eine alte Forderung von uns. Wir haben aber auch darüber gesprochen, wie wir uns über Einsparungen zusammenreden, wie wir bei den Medikamenten handeln können."

(apa/red)

8.12.2008 15:32