Samstag, 13. Dezember 2008

Spenden absetzen "schwieriger Spagat":
Laura Rudas begrüßt Vorstoß von Josef Pröll

  • Rudas: "Der Spendengipfel ist richtig und wichtig"
  • Caritas und Diakonie wollen Absetzbarkeit ab Neujahr

Die neue SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas begrüßt den Vorstoß von ÖVP-Finanzminister Pröll für die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden. Die Frage, für welche Organisationen das dann tatsächlich gelten soll, werde aber noch einen "schwierigen Spagat" erfordern, sagte sie der APA. Im Sozialbereich spricht sich Rudas für die Einführung der Mindestsicherung "auf jeden Fall vor 2010" aus.

"Der Spendengipfel ist richtig und wichtig", so Rudas, die Pröll ausdrücklich für die "gute Reihenfolge", in der er die Diskussion in Angriff nehme, lobt. Dass die neue Regelung ausschließlich für Organisationen eingeführt werden soll, die sich vornehmlich der Armutsbekämpfung widmen - wie es auch SPÖ-Chef Faymann anklingen ließ - bereitet ihr noch Kopfzerbrechen. "Natürlich muss Missbrauch verhindert werden. Andererseits sollte man wichtige NGOs, wie etwa Greenpeace, auch bedenken."

Caritas und Diakonie drängen auf eine Umsetzung der Spendenabsetzbarkeit zum 1. Jänner 2009. Caritas-Präsident Franz Küberl zeigte sich am Samstag in der "Kathpress" zuversichtlich, dass die Klärung der weiterhin offenen Fragen gelingen werde. Diakoniedirektor Michael Chalupka hält die Einführung des Absetzbarkeit mit Jänner 2009 für "leicht umsetzbar", da die Konzepte hierzu "schon lange in den Schubladen liegen".

FPÖ-Abgeordneter Norbert Hofer kritisierte wiederum die Aussagen von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas, wonach die Frage, für welche Organisationen die Absetzbarkeit tatsächlich gelten soll, ein "schwieriger Spagat" werde. Er warf Rudas vor, nur Spenden an jene Organisationen berücksichtigen zu wollen, "die ihr ideologisch in den Kram passen". Ähnlich äußerte sich auch BZÖ-Sozialsprecherin Ursula Haubner. Der Ring dürfe auf keinen Fall "so eng gezogen werden, dass dann plötzlich nur noch Organisationen übrig bleiben, die einer Regierungspartei nahe stehen".
(apa/red)

13.12.2008 13:19