Donnerstag, 11. Dezember 2008

Dioxin-Fleisch jetzt auch in Österreich?
Vier heimische Betriebe wurden beliefert

  • 180 Tonnen wurden in vier Bundesländer gebracht
  • Aufsichtsbehörden wollen Fleisch sofort untersuchen

Der Skandal um Dioxin-belastetes Schweinefleisch aus Irland betrifft auch Österreich. Laut dem Gesundheitsministerium wurden vier heimische Betriebe mit 180 Tonnen möglicherweise kontaminiertem Fleisch beliefert. Die Lebensmittelaufsichtsbehörden wurden angewiesen die Firmen in der Steiermark, in Tirol, Wien und Oberösterreich unverzüglich zu untersuchen, hieß es in einer Aussendung.

Dass belastetes Fleisch in mehrere Mitgliedstaaten und Drittstaaten exportiert worden war, ist den Behörden seit 6. Dezember bekannt. Österreich reagierte darauf mit einer verstärkten Überwachung, über eine mögliche Betroffenheit wurde das Ministerium allerdings erst jetzt über das Schnellwarnsystem der EU (RASFF) informiert. Die Lebensmittelbehörden müssten nun feststellen, ob tatsächlich kontaminierte Waren in den betroffenen Betrieben vorhanden seien und diese gegebenenfalls sicherstellen, so das Gesundheitsministerium. Sie sollen so rasch wie möglich vom Markt genommen werden.

Keine unmittelbare Gefahr
Weitere Schritte hängen laut dem Gesundheitsministerium von den Ergebnissen der Untersuchungen der Lebensmittelbehörden ab. Bisher bestehe für Verbraucher keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung, auch nicht durch einen kurzfristigen Konsum von mit Dioxin belasteten Produkten. Auch die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) sieht in einem Verzehr von Dioxin-belastetem Schweinefleisch keine Gefahr.

In den Schweinehälften aus Irland wurde vergangene Woche eine erhöhte PCB-Konzentrationen festgestellt, diese gilt als Indikatoren für eine Dioxinkontamination. Verseuchtes Futtermittel wurde als Ursache identifiziert und aus dem Verkehr gezogen. Da betroffene Produkte bereits seit September im Umlauf sein könnte, habe Irland sämtliches Schweinefleisch aus diesem Zeitraum zurück gerufen. In Österreich wird seit 2005 ein jährliches Monitoring über die Dioxin-Belastung von Lebensmitteln durchgeführt, die bisher keinen Anlass zur Sorge gaben. (apa/red)

11.12.2008 08:50