Jeder 3. Volksschüler "leistungsschwach":
"Spitzenschüler"-Anteil aber nur bei 10%
- TIMSS: Rapider Leistungsabfall gegenüber 1995
- Höherer Migranten-Anteil keine Ausrede für Ergebnis
Jeder dritte Volksschüler der 4. Klasse in Österreich ist in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaft "leistungsschwach": 36 Prozent haben entweder beim Mathematik- oder beim Naturwissenschaftstests - oder bei beiden - so schlechte Ergebnisse erzielt, dass sie maximal die unterste Leistungsstufe bei der internationalen Bildungsvergleichsstudie TIMSS 2007 (Trends in International Mathematics and Science Study) erreichen konnten.
Hingegen gibt es nur zehn Prozent leistungsstarke Schüler in Österreich, die entweder in beiden oder in einer Domäne Spitzenleistung zeigten, hieß es vonseiten des Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE).
Schlechtere Ergebnisse als 1995
Bei "TIMSS 2007" wurden die Testergebnisse der Schüler vier Leistungsstärken ("Kompetenzstufen") zugeordnet. Dabei zeigte sich, dass es viel weniger "Spitzenschüler" unter den österreichischen Volksschülern als noch 1995 gibt. Erreichten laut internationalem TIMSS-Berich 1995 bei den Matheaufgaben noch zehn Prozent der Zehnjährigen die leistungsstärkste (höchste) Stufe, sind es 2007 nur noch drei Prozent. Bei den Naturwissenschaften fiel der Wert von 13 auf neun Prozent.
Bei den Naturwissenschaften hat Österreich mit vier Prozentpunkten vergleichsweise weniger leistungsstarke Schüler verloren - mit neun Prozent Schülern in der höchsten Leistungsgruppe liegt die Nation knapp hinter Australien und Lettland (beide 10 Prozent). Spitzenreiter ist wieder Singapur (36) gefolgt von Taipeh (19).
Weniger leistungsstarke Volksschüler
In beiden Fächern zusammen hat Österreich laut BIFIE nur zehn Prozent leistungsstarke Schüler. Dabei gehören nur zwei Prozent aller heimischen Volksschüler in beiden Bereichen der Top-Gruppe an, "weitere acht Prozent erreichen entweder bei den Mathematik- oder bei den Naturwissenschaftsaufgaben die höchste Kompetenzstufe". Im Vergleich: Den insgesamt zehn Prozent leistungsstärksten Schülern in Österreich stehen im EU-Schnitt 14 (fünf plus neun Prozent) gegenüber, in Hongkong sind es sogar 42 Prozent (13 plus 29).
Auf der anderen Seite gibt es laut BIFIE - gegenüber einem EU-Schnitt von 32 Prozent - in Österreich 36 Prozent leistungsschwache Schüler: Jeder fünfte Schüler (20 Prozent) zeige sowohl bei den Mathe- als auch Naturwissenschaftstests so schwache Leistungen, dass er maximal der untersten Stufe zugeordnet werden kann - weitere 16 Prozent zählten in einer der beiden getesteten Domäne zu den Leistungsschwächsten.
Höherer Migranten-Anteil keine Ausrede
Der Leistungsabfall zwischen 1995 und 2007 betrifft laut BIFIE Mädchen und Buben "in etwa" gleichermaßen. Die höheren Anteile an Migranten bei TIMSS 2007 "tragen geringfügig" zur Verschlechterung bei, "sind aber keine ausreichende Erklärung dafür". (apa/red)
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