"Ein echter Wiener geht nicht unter": Exklusiv-Interview mit Karl Merkatz
- "Mundl" ab 19.12 mit Comeback in einer Kino-Version
- NEWS: Merkatz holt im Talk zum Rundumschlag aus

Ab 19.12. kommt der echte Wiener wieder zurück. Fast 80 Jahre und kein bisschen leise, ist Mundl alias Karl Merkatz jetzt wieder im Kino zu sehen.
NEWS: Wie Mundl feiern Sie am 17. 11. ihren 78. Geburtstag. Wie geht es Ihnen?
Merkatz: Ich kann das gar nicht nachvollziehen, wenn die Leute sagen, du kannst stolz sein. Ich mach meine Arbeit und mache sie hundertprozentig. Und wenn ich fertig bin, weiß ich, dass ich nicht einmal 70 Prozent zusammengebracht habe. Mein Erstberuf war Tischler, und wenn ich den Tisch fertig gehabt habe, dachte ich: wunderbar. Bin dagestanden, hab ihn angeschaut, gedacht: Mei, ist der schön geworden, dann hab ich ihn angegriffen, hat er gewackelt.
NEWS: Was machte Mundl zum Kult?
Merkatz: Es ist eine Familie. Die Familie vom Mundl Sackbauer. Vielleicht war das der Ausschlag, dass alles, was passierte, sich zentral um den Tisch abgespielt hat. Denn ich glaube, auch für mich privat: Der Tisch ist das Zentrum der Familie, der Mittelpunkt des Geschehens. Ich glaube, dass jeder die Sehnsucht hat, in der Familie zu sein. Wenn Mundl aufgerieben hat über dem Tisch, hat er nie zugeschlagen. Denn am Tisch saß die Toni und sagte: Na geh, Mundi!, und schon war alles in Ordnung. Wir hatten auch einmal einen Regiewechsel, ein sehr lieber Kollege, mit dem wir eigentlich befreundet waren, er ist mittlerweile schon gegangen, darum erlaube ich mir, das zu sagen, der hat das auflösen wollen. Und da hatten wir Schwierigkeiten miteinander, und ich sagte: Du machst einen Fehler. Da haben wir uns so in die Haare gekriegt, dass er mitten unterm Drehen wegging, und Kurtl Ockermüller hat als Regieassistent übernommen.
NEWS: Wenn Sie die 70er Kreiskys mit heute vergleichen, was denken Sie?
Merkatz: Dass mit Strache einmal ein junger Mann da ist, der die Leute anspricht; ob die Inhalte richtig sind, ist eine andere Frage. Die anderen sind doch alle alte Herrschaften, die auf ihren Posten sitzen. Warum hat der Obama so einen Erfolg? Weil er spricht wie die jungen Menschen, Strache hat dasselbe gemacht. Die Stimme war jung, und die Intention war jung. Die Intention vom Gusenbauer war eine andere, der hat halt Pech gehabt, obwohl er in der Sandkiste gespielt hat. Er ist nicht jung gewesen in seiner Ausstrahlung. Faymann hat auch eine eher junge Ausstrahlung. Das ist die Ursache, warum so manches nicht läuft. Alle sind eingesessen, keiner will den Posten verlassen. Ob sie nach Brüssel abgeschoben werden oder ein Ministeramt bekommen. Jeder kann plötzlich das, wo er hingestellt wird. Die werden von einer Position in die andere geschleift, egal ob sie was davon verstehen. Jeder versteht etwas vom Schulwesen oder vom Militär, ist aber Kriegsgegner. Das ist ja albern. Es gibt keine Opposition, auch nicht links, die sind alle gleich.
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Filminhalt:
Gemeindebau war gestern. Beziehungsweise früher irgendwann einmal. Vor langer Zeit. Fast 30 Jahre lebt Mundl nun schon mit seiner Frau Toni vor den Toren Wiens in jenem Schrebergartenhäuschen, das ihm die Familie einst zum 50er geschenkt hat. Winterfest ausgebaut, rustikal gemütlich, der perfekte Ort für einen geruhsamen Lebensabend. Allerdings nicht wenn es nach den Plänen der Stadtverwaltung geht. Die Kleingartensiedlung soll einer Autobahn weichen. Wenn kein Wunder geschieht, muss Mundl zurück in die Großfeldsiedlung ziehen. Allein schon beim Gedanken geht ihm das Geimpfte auf.
Quelle: Redaktion/ www.dvd-forum.at
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