Dienstag, 9. Dezember 2008

Auf die Katze oder den Hund gekommen: Färben tierische Wesenszüge aufs Herrl ab?

  • Verhaltensunterschiede von Ihrem Liebling verstehen
  • UMFRAGE: Sind Sie ein Bello, oder ein Mieze-Typ?

Unsere beiden beliebtesten Haustiere unterscheiden sich nicht nur durch ihr Aussehen und ihre Haltungsbedingungen, sondern auch ganz deutlich durch ihre Wesen und ihre daraus resultierende Beziehung zum Menschen. Diese Unterschiede entscheiden oft darüber, ob Menschen mehr zur Hundefreundschaft oder Katzenliebe tendieren. Es ist interessant zu beobachten, dass sich viele Katzen- und Hundemenschen in ähnlichen Wesenszügen wie die Tiere unterscheiden. Woran liegt es, dass Bellos und Miezes Bindung zum Menschen sich so grundlegend unterscheidet?

Katzen führen zwar ebenso wie Hunde eine sehr enge Beziehung zu ihren Haltern, sind aber gleichzeitig unabhängige Freigeister. Im Gegensatz zur Katze wird der Hund von seinem Herrchen spazieren geführt. In den seltensten Fällen darf er alleine umherstreifen. Es liegt aber auch nicht in seiner Natur sich als Einzelgänger selbstständig zu machen.

Spaziergang mit Katzen unmöglich
Dagegen ist ein Spaziergang im hündischen Sinn für eine Katze völlig uninteressant und wertlos. Sie möchte alleine auf Jagdstreifzüge gehen und nach eigenem Willen entscheiden wohin sie geht und für wie lange. Wenn sich die Türe für sie nach draußen öffnet, wird sie ohne sich umzudrehen nach draußen stürzen und ihren Urtrieben folgen. Herrchen oder Frauchen sind dabei fürs Erste ausgeblendet. Ein Hund wird zu seinem Halter zurück blicken und auf ihn warten, um gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen.

Verhaltensunterschiede verstehen
Um diese Verhaltensunterschiede nachvollziehen zu können, muss man wissen, dass Hunde in freier Natur in Rudeln leben, in deren Nähe sie sich ständig aufhalten. Sie gehen im Rudel auf die Jagd und sind als Gruppe abhängig voneinander um zu überleben. Jeder Hund hat einen festgelegten Status in der Gruppe. Jedes der Gruppenmitglieder ist sich über seine Rangordnungsstufe und die der Anderen bewusst und respektiert diese. In einer menschlichen Familie sieht sich der Hund ebenso als Mitglied der Gruppe. Er weiß über seinen Status Bescheid, und ist vollkommen abhängig vom Menschen. Katzen leben zwar ebenfalls in einer Sozialordnung, führen dabei aber kein festgefügtes soziales Gruppenleben. Sie würden nie im Rudel auf die Jagd gehen. Das macht sie total unabhängig voneinander. Sie können sich alleine durchschlagen und brauchen keine Hilfe von anderen um zu überleben.

Katzen haben zwei Gesichter
In diesem Sinne haben Katzen zwei Gesichter: zu Hause sind sie das liebevolle, anschmiegsame Kätzchen und draußen das wachsame, unabhängige, wilde Tier, das der Jagd frönt. Hunde dagegen sind vollkommen loyale Tiere, die mit ihrer bedienungslosen Treue dem Menschen konstant nahe sein möchten.

(Isabel Finsterwalder)

9.12.2008 14:14