Umstrukturierung oder Rücktritt gefragt:
Obama stellt US-Autochefs vor die Wahl
- Parteifreund fordert indes Rücktritt von Wagoner
- Senator Levin zuversichtlich über Rettungspaket
Der künftige US-Präsident Barack Obama hat die Chefs der drei großen Autokonzerne aufgefordert, ihre Unternehmen umzustrukturieren oder zurückzutreten. Die angeschlagene Automobilindustrie müsse begreifen, dass sie nicht so weiter machen könne wie bisher, sagte Obama auf einer Pressekonferenz in Chicago.
Wenn das derzeitige Management in der Autobranche den Ernst der Lage nicht verstehe, sich nicht auf die neuen Umstände einstelle und keine schwierigen Entscheidungen treffe, müsse es gehen. Anders sehe es aus, wenn die Konzernchefs ein Einsehen hätten und sich für die erforderlichen Änderungen einsetzten, fügte der Demokrat hinzu.
Obamas Parteifreund, der Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Christopher Dodd, hatte zuvor den Rücktritt von General-Motors-Chef Rick Wagoner gefordert. "Ich denke, er muss gehen", sagte er dem Fernsehsender CBS. Für eine wirkliche Umstrukturierung sei ein neues Team erforderlich.
Der demokratische Senator Carl Levin aus dem Bundesstaat Michigan, dem Zentrum der Automobilindustrie, zeigte sich unterdessen gegenüber dem Fernsehsender Fox News zuversichtlich, dass es innerhalb von 24 Stunden eine Einigung über das Rettungspaket für die Autobranche geben werde.
Unterhändler von US-Regierung und Kongress berieten weiter über Überbrückungskredite von gut 15 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro), um das Überleben der schwer angeschlagenen Autokonzerne General Motors (GM), Ford und Chrysler zunächst bis zum Frühjahr zu sichern. Die "Big Three" hatten Kredite in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar verlangt. (apa/red)
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