"Weihnachtsbotschaft" von Minister Pröll: Spenden schon bald steuerlich absetzbar?
- Neo-Finanzminster stellt neues Gesetz in Aussicht
- Details sollen bei "Spendengipfel" beraten werden

·Derzeit keine neuen Vermögenssteuern
Neo-Minister Hundstorfer spricht sich dagegen aus
·Das Programm der Großen Koalition!
Von der Zuwanderung bis zum Konjunkturpaket
Die von Hilfsorganisationen seit langem geforderte Absetzbarkeit von Spenden ist in Sicht. Finanzminister Josef Pröll kündigte einen Spendengipfel an, bei dem die Details dazu beraten werden sollen. Der Schwerpunkt wird dabei im sozialen Bereich liegen, sagten Pröll und Bundeskanzler Werner Faymann übereinstimmend. Die NGOs reagierten auf den Vorstoß mit Freude, der Wiener Caritasdirektor Michael Landau sprach sogar von einem "kleinen Adventwunder".
Die Diskussion um die steuerliche Absetzbarkeit ist nicht neu, sie kommt alle Jahre wieder - vor allem bei Katastrophen. Den Anstoß für die aktuelle Debatte gab ein Aufschrei der Hilfsorganisationen, die angesichts von steigender Inflation und Wirtschaftskrise einen Spendeinbruch von zehn bis 20 Prozent erwarten. Sie sind damit bei der Regierung auf offene Ohren gestoßen.
Das Finanzministerium schätzt die Kosten für die Absetzbarkeit auf 80 Millionen Euro jährlich. Die Hilfsorganisationen sprechen mit Bezugnahme auf eine frühere IHS-Studie hingegen von etwa 50 Mio. Euro. In der Studie wird aber auch darauf verwiesen, dass durch die Absetzbarkeit mit einem Anstieg des Spendenvolumens zu rechnen ist, wodurch der Steuerausfall mit dem Wohlfahrtsgewinn kompensieren werde. Dies wäre bereits bei einer durchschnittlichen jährlichen Erhöhung der Privatspenden um 2,5 Prozent, bei Unternehmensspenden um 8,5 Prozent der Fall.
In Österreich werden jährlich etwa 350 Mio. Euro an Spendengeldern gesammelt, geschätzte 20 Prozent davon in der Vorweihnachtszeit. Laut dem Fundraising Verband Austria kommen 250 bis 300 Millionen Euro der Spenden von Privaten, weitere rund 50 Millionen Euro von Wirtschaftsunternehmen. Im Gegensatz zu Spenden für karitative Organisationen oder Umweltorganisationen sind Spenden an Museen sowie zur Durchführung von Forschungsaufgaben oder für Erwachsenenbildung sind bis zu einer Höhe von zehn Prozent des Jahreseinkommens bei Privatpersonen bzw. für Unternehmen bis zur Höhe von zehn Prozent des Vorjahresgewinns absetzbar.
Missbrauch vermeiden
Nun soll eine ähnliche Regelung auch für den Sozialbereich eingeführt werden. Pröll will bei einem "Spendengipfel" in den kommenden Tagen über die genauen Kriterien beraten. Die Regeln dürften nicht zu großzügig sein, um Missbrauch zu vermeiden, so der Finanzminister. Der Fokus wird im sozialen Bereich liegen: "Unter den Vorzeichen der beginnenden Wirtschaftsflaute erscheint es notwendig, vor allem jene Organisationen zu unterstützen, die Menschen helfen", hieß es aus dem Finanzministerium. Auch Faymann sprach von einer Eingrenzung auf Leistungen zur Bekämpfung der Armut.
Die Hilfsorganisationen zeigte sich über die Ankündigung der Regierung sehr erfreut. So meinte der Wiener Caritasdirektor Landau in der "Kronenzeitung", nach Jahren des Wartens sei dies "wie ein kleines Adventwunder". Das Hilfswerk verlangte die sofortige Umsetzung, und Kurt Bergmann, Gründer von "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not", bezeichnete die Förderung der Spendentätigkeit gerade in Krisenzeiten als besonders wichtig.
(apa/red)
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