Samstag, 6. Dezember 2008

Rettungspaket für US-Automobilkonzerne: Bis zu 17 Milliarden Dollar zugeschossen

  • Noch-Präsident Bush einigt sich mit Demokraten
  • Staatliche Hilfe nur halb so groß wie zuvor erhofft

Der scheidende US-Präsident Bush hat sich mit ranghohen Vertretern der Demokraten auf ein milliardenschweres Rettungspaket für die angeschlagenen Autokonzerne verständigt. Der Plan sehe staatliche Hilfen von 15 bis 17 Milliarden Dollar vor, sagte ein ranghoher Kongressmitarbeiter. Damit fällt das Paket etwa nur halb so groß aus wie von den drei führenden Autoherstellern erhofft.

Die Demokraten gingen aber davon aus, dass das Paket den Konzernen General Motors, Ford und Chrysler zunächst bis zur Amtsübernahme von Barack Obama als neuer US-Präsident am 20. Jänner das Überleben sichern soll. Danach würden neue Anstrengungen unternommen, um den Autobauern unter die Arme zu greifen. Das nun geschnürte Paket von bis zu 17 Milliarden Dollar solle zügig durch beide Kammern des Kongresses gebracht werden, damit es noch in der kommenden Woche von Bush unterzeichnet werden könne. Details zu der Finanzierung blieben zunächst unklar.

Anhörung vor dem Kongress
Die Chefs von General Motors, Ford und Chrysler hatten sich nach ihrer zweitägigen Anhörung vor dem Kongress ohne konkrete Zusagen auf den Rückweg nach Detroit gemacht. Es gebe eine "relativ große Einigkeit" unter den Abgeordneten, dass den Herstellern geholfen werden müsse, sagte der Republikaner Barney Frank. Die generelle Zustimmung alleine helfe jedoch nicht weiter, merkte er an - zumal Uneinigkeit darüber herrsche, wo die Hilfen für die Autobauer herkommen sollten. Chrysler beauftragte unterdessen eine Anwaltskanzlei damit, die Möglichkeit einer Insolvenz zu prüfen.

Die Demokraten im Kongress wollen nach einem Zeitungsbericht die angeschlagenen drei großen Autobauer des Landes mit staatlichen Krediten in Höhe von 25 Milliarden Dollar unterstützen. Das Geld solle aber ausschließlich für die Entwicklung energiesparender Autos verwendet werden, berichtete die "New York Times".

(apa/red)

6.12.2008 09:04